Acidose

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Übersäuerung, Zustand einer unnormalen Vermehrung der Säuren im Blut.

    Man unterscheidet:

    Stoffwechsel-Acidose, entsteht durch Anhäufung von organischen Säuren im Blut infolge von Stoffwechselstörungen oder Vergiftungen, z.B. mit Salicylsäure (Aspirin), durch Alkoholkrankheit. Wenn z.B. durch Mangel an Vitamin B1 die Brenztraubensäure nicht weiterverarbeitet werden kann, führt diese zur Acidose. Es sind besonders Krankheiten der Leber und Zuckerkrankheit, die zur Acidose führen. Ferner kann die Ausscheidung von Säuren durch die Niere gestört sein. Schließlich kann falsche Diät oder manches Arzneimittel eine Acidose durch Anhäufung von Chlor im Blut hervorrufen, da dieses langsamer ausgeschieden wird als andere Stoffe, die mit Chlor zusammen eingenommen werden, wie Natrium (Kochsalz), Ammonium (Hustenmittel) oder andere; respiratorische Acidose: entsteht durch ungenügende Ausatmung von Kohlendioxid bei Lungenerkrankungen; lokale Acidose entsteht, wenn die Milchsäure nach Muskelarbeit entweder wegen Übertraining oder Stoffwechselstörungen nicht schnell genug verbrannt wird. Die Milchsäure-Anhäufung reizt dann die Nerven (Muskelkater).Schmerzanfälle bei Rheuma entstehen nicht durch Acidose, sondern durch das alkalische Histamin im Zuge der Anaphylaxie, bei Gicht durch die mechanische Reizwirkung der Uratkristalle. Typisches Zeichen der Acidose ist die übermäßig tiefe Atmung.