Akklimatisierung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Akklimatisation;

    eine Anpassung eines Organismus an andere Lebensverhältnisse, besonders Klimaveränderungen. Sie erfolgt vorwiegend als physiologische Anpassung. Neben der Physiologie kann sich auch der Körperbau (Anatomie) der Organismen neuen Bedingungen anpassen. Die Akklimatisation hat mit dem Begriff der Widerstandsfähigkeit nichts gemein.

    Eine extreme und kurzfristige Akklimatisierung erfolgt z.B. bei der Besteigung sehr hoher Berge. Der menschliche Organismus kann sich der sauerstoffarmen Höhenluft dadurch anpassen, dass er über das Hormon Erythropoetin, das in der Niere gebildet wird, die Bildung von roten Blutkörperchen (Erythrocyten) anregt. Diese beinhalten auch den Blutfarbstoff Hämoglobin, der den Sauerstoff binden kann. Er diffundiert dann durch die Wände der Adern zu den Organen.

    Beim längeren Aufenthalt im Weltall verliert die Knochensubstanz an Stabilität durch die fehlende Gravitation, d.h. die Knochen "weichen auf". Erst durch den Aufenthalt auf de Erde stabilisiert sich das Knochengerüst wieder. Der menschliche Körper akklimatisiert sich also genau genommen zweimal.

    Diese Akklimatisationen erfolgen relativ kurzfristig. Längerfristige Akklimatisationen sind bei Pflanzen und Tieren zu beobachten. Durch die Verlegung von Lebensräumen oder längerfristigen Klimaveränderungen durch geophysikalische Veränderungen, wie z.B. Vulkanausbrüche oder Kontinentalverschiebungen, mussten sich Organismen immer wieder an neue Klimabedingungen anpassen.