Angstneurose

    Aus Medizin-Lexikon.de

    relativ häufig auftretende Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen bedingt durch die Angst vor unbestimmten Objekten, die sich in Lebens- oder Todesangst zeigen kann. Die Angstzustände sind meist heftig, intensiv und quälend. Betroffene wissen oft, durch welche Objekte oder Situationen sie ausgelöst werden, doch nicht, was die Gründe dafür sind. Übersteigerte Angstzustände, die sich z.B. in überwältigenden Schuldgefühlen oder in Triebangst manifestieren, können einmal durch unbewusste, frühkindliche Konflikte verursacht sein, dann aber auch - nach Meinung der Lerntheorie - durch erlernte Konditionierung bzw. durch fehlerhafte soziale Anpassung antrainiert sein. Kennzeichnende Symptome dieser fixierten Ängste sind Phobien, Zwänge jeglicher Art, die sich oft in Selbstzweifel und Hoffnungslosigkeit äußern, aber auch körperliche Störungen, die sich in psychosomatischen Erkrankungen niederschlagen können. Klassische Themen für Ängste sind Versagen, Schuld und Existenz allgemein.

    Die Psychoanalyse versucht diese zwanghaft wiederkehrenden Angstneurosen zu therapieren, indem sie die Ursachen erkennen und dann dem Patienten bewusst machen will. Die Verhaltenstherapie setzt an der Umgestaltung von Lern- und Verhaltensprozessen an, durch die Fehlsteuerungen abgebaut werden sollen.