Atkins-Diät

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    Die Atkins-Diät
    auf einen Blick

    PRINZIP
    • Einleitungsphase: Einsetzen der Ketose
    • Reduktionsdiät: Die richtige Menge an Kohlenhydraten
    • Vorenthaltungsdiät: Geringer Gewichtsverlust
    • Lebenslange Enthaltungsdiät
    PRO
    • Gewichtsreduktion ohne Jojo-Effekt
    • Individueller Einstieg in die Diät
    CONTRA
    • Einseitige Ernährung
    • Eingeschränkte Alltagstauglichkeit
    BEWERTUNG
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    Atkins-Diät-1.jpg Die von dem Kardiologen und Ernährungswissenschaftler Robert Atkins erfundene und nach ihm benannte Diät folgt dem Low-Carb–Prinzip. Das bedeutet, dass die Zufuhr von Kohlenhydraten in der Nahrung reduziert wird. Stattdessen sollen Fett und vor allem Protein die täglich notwendige Energie für den Körper bereitstellen.

    Die Atkins-Diät besteht aus vier verschiedenen Phasen, die sich jeweils darin unterscheiden, welche Menge an Kohlenhydraten verzehrt werden darf. Je nachdem, wie übergewichtig die Person ist, die sich der Diät verschreibt, wird entschieden, mit welcher dieser Phasen sie beginnen sollte. Bei schwer adipösen Menschen zum Beispiel wäre das Phase I.

    Phase I

    Phase I ist geeignet für stark übergewichtige Menschen, da es ihr Ziel ist, den Körper möglichst schnell in den Stoffwechselzustand der Ketose zu bringen. Dieser Zustand tritt ein, wenn dem Körper über einen längeren Zeitraum entweder generell zu wenig Nahrung, oder zu wenige Kohlenhydrate zugeführt wurden. Befindet sich der Körper in der Ketose, so verbrennt er besonders viel Fett, um daraus die Energie zu gewinnen, die ihm vorenthalten wird.

    Während der Einstiegsphase dürfen fast keine Kohlenhydrate verzehrt werden. Hauptbestandteile der Ernährung sollten stattdessen Fleisch, Eier, Fisch, Sojaprodukte, Salat und Gemüse sein. Es muss jedoch außerdem darauf geachtet werden, dem Körper nicht mehr als 20 Gramm Fett pro Tag zuzuführen. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel niedrig gehalten und durch die einsetzende Ketose das Gewicht reduziert.

    Außerdem sollen speziell in dieser Stufe der Diät Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, um dem Körper eine ausreichende Menge an Vitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten.

    Die Phase I ist nach 14 Tagen abgeschlossen, es folgt Phase II.

    Phase II

    In der Phase II – auch Reduktionsdiät genannt – wird die Diät der Einleitungsphase prinzipiell weitergeführt. Jedoch dürfen nach und nach mehr nährstoffreiche Kohlenhydrate – sprich Obst, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte - als in der Einführungsphase verzehrt werden. Die Tagesration wird um fünf Gramm erhöht, und das wöchentlich. Dieser Vorgang wird weitergeführt, bis man nicht mehr an Gewicht verliert.

    Kein Tabu mehr: Frisches Obst und Nüsse

    Man hat nun die Schwelle erreicht, an der das Gewicht bei unveränderter Zufuhr von Kohlenhydraten stabil bleibt. Um jedoch weiterhin abzunehmen, wird die tägliche Kohlenhydratzufuhr jede Woche erneut um fünf Gramm reduziert. Die Phase II endet, wenn man nur noch ungefähr drei Kilogramm vom Ideal- oder Wunschgewicht entfernt ist.

    Phase III

    Das Ziel der dritten Phase, oder „Vorenthaltungs-Diät“, ist es, das bis dahin erreichte Gewicht nahezu zu halten, also nur noch geringfügig abzunehmen. Daher wird die Kohlenhydratreduktion etwas gelockert: Es dürfen nun jede Woche zehn Gramm mehr Kohlenhydrate verzehrt werden, solange man dabei noch geringfügig abnimmt. Mit dem Erreichen des Zielgewichts endet Phase III.

    Phase IV

    In der vierten und letzten Phase wird die zeitlich begrenzte Schlankheitskur zu einer lebenslangen Enthaltungsdiät. Diese ist jedoch weitaus weniger streng, da nun viel mehr Lebensmittel „erlaubt“ sind. Auf Kartoffeln und Teigwaren sollte jedoch trotzdem weitestgehend verzichtet werden. Stattdessen sollte die weitere Ernährung zu einem Großteil aus Gemüse, Obst und Fleisch bestehen.

    Die Vorteile

    Durch die Reduktion von Kohlenhydraten in der täglichen Nahrung, die die Atkins-Diät vorschreibt, kann man schnell abnehmen. Würde man danach jedoch wieder in alte Essgewohnheiten verfallen, und dadurch zu viele Kohlenhydrate aufnehmen, so kommt es zu einem Jojo-Effekt. Das heißt, dass erneut Gewicht zugelegt wird und man am Ende sogar oftmals mehr wiegt, als vor der Diät.

    Um dies zu vermeiden, wird empfohlen, die Diät nicht nur als zeitlich begrenzte Schlankheitskur, sondern als lebenslange Ernährungsweise zu sehen.

    Genau wie das Ende der Diät, ist auch der Einstieg individuell bestimmbar. Stark adipösen Personen wird nahegelegt, mit der Phase I zu starten, da sie dringend Nutzen aus dem Ketosezustand ziehen sollten, um schnell an Gewicht zu verlieren. Bei nur leicht Übergewichtigen, oder solchen, die lediglich ihren „Winterspeck“ loswerden wollen, ist das jedoch nicht nötig. Sie können einfach bei der Phase II einsteigen und anschließend die darauffolgenden Phasen durchlaufen.

    Die Nachteile

    Viele Ernährungswissenschaftler kritisieren die Einseitigkeit der Atkins-Diät. Dadurch, dass die Nahrung nur auf zwei der drei Hauptenergielieferanten – nämlich auf Protein und Fett – reduziert wird, und die Kohlenhydratzufuhr unzureichend ist, wird vom Körper eine „Notreaktion“ abverlangt: Die Ketose.

    Befindet sich der Körper nämlich über einen längeren Zeitraum – und die Phase I der Diät dauert immerhin 14 Tage – in diesem Stoffwechselzustand, so können Schwindel- und Schwächegefühle sowie Erbrechen mögliche Folgen sein.

    Auch in den ersten Tagen kann die Ketose schon zu Schwächeanfällen, erhöhter Müdigkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit führen. Das macht viele körperliche oder geistige Arbeiten nahezu unmöglich. Bedenkt man dann noch die Komplexität des Prinzips, so kommt man zu dem Schluss, dass die Atkins-Diät, wenn überhaupt, nur eingeschränkt alltagstauglich ist.

    Fazit

    Die Atkins-Diät ist höchstens für Solche geeignet, die es kompliziert mögen. Und selbst dann ist sie durch ihre eher einseitige Ernährungsweise nicht gesund und schädigt somit auf Dauer den Körper.