Austreibungsphase

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Mit Beginn der Austreibungsphase verspürt die Mutter den Drang, das Kind aus ihrem Körper herauszupressen. Zusätzlich sorgen weitere kräftiger werdende Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur, die sogenannten Presswehen, für eine Verkürzung der Muskulatur.

    Die Gebärmutter (Uterus) zieht sich infolgedessen zusammen, das Kind wird weiter nach vorn in Richtung Beckeneingang gedrückt. Der Kopf des Kindes dreht sich nun von der bisherigen Längslage in die Querlage, also mit dem Gesicht zur Seite, um die querovale Öffnung des Beckeneingangs zu durchschreiten und in den Beckenkanal einzudringen. Der Beckenausgang besitzt wiederum eine längsovale Öffnung, daher wird der kindliche Kopf auf seinem Weg durch den Beckenkanal um 90 Grad, also zurück in die Längslage gedreht und tritt mit dem Hinterkopf voran aus der Scheidenöffnung (Ostium vaginae) aus.

    Der nun geborene Kopf muss erneut eine Drehung von 90 Grad vollziehen, unterstützt von einem Geburtshelfer oder einer Hebamme, da die nun folgenden Schultern des Kindes den Beckenausgang ebenfalls in der Längslage durchschreiten. Die Schultern gelangen nacheinander nach außen. Der restliche Körper des Kindes ist im Vergleich zum Kopf kleiner. Daher erfolgt der Durchtritt des Brustkorbs (Thorax), des Beckens (Pelvis) und der Beine durch den bereits gedehnten Geburtskanal ziemlich rasch.

    Die Nabelschnur (Funiculus umbilicalis), die das neugeborene Kind zu diesem Zeitpunkt noch mit dem Mutterkuchen (Placenta) verbindet, wird durchtrennt.