Bad
Aus Medizin-Lexikon.de
1. durch Heilquellen oder klimatische Situation ausgezeichneter Ort, siehe Heilbäder.
2. in der Hygiene und im Heilverfahren verwendete Kalt- und Heißwasserbäder, mit oder ohne Zusätze, als Teil- oder Vollbäder. Besondere Arten sind Bäder in Heilquellen, Moor-, Schlamm-, Heißluft-, Dampf-, elektrische Sand- und Lichtbäder.
Geschichte:
Das Bad findet man schon in sehr frühen Kulturen, v.a. bei orientalischen Völkern (Ägypten, Induskultur, Kreta). Vielfach war es durch Religionsgesetze geregelt (besonders bei Juden und Muslimen). Die Pythagoräer schrieben kalte Bäder zu allen Jahrezeiten vor, die Hellenen badeten warm in den Gymnasien, die Römer brachten das Badewesen durch den Bau von Thermen zur Blüte. Sie kannten auch großzügige Seebäder (z.B. Bajä). Gallier und Germanen hatten geheiligte Quellen für Heilbäder; Karl der Große förderte das Baden, wodurch Klöster und Städte öffentliche Bäder (Holzwannen und Bottiche) errichteten. Nach den Kreuzzügen riss im Badewesen Sittenverderbnis ein, Badestuben wurden vielfach von Gauklern, Spielern und Scharlatanen bevölkert und gaben Anlass zu Ansteckung und Kurpfuscherei.
An den Fürstenhöfen des Barock und des Rokoko waren Vollbäder unbekannt (daher der große Verbrauch von Parfüm und Puder), erst durch die Aufklärung sowie hygienische Bestrebungen im 19. Jh. kam das Baden wieder zu Ehren. Freibaden in der heutigen Form gibt es erst seit dem Beginn des 20. Jh.s.
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