Bakterienzüchtung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Bakterienkultur;

    Methode zur Vermehrung bestimmter Bakterien in Reinkulturen, meist mit dem Ziel der einwandfreien Erkennung von Krankheiten oder der Herstellung von Impfstoffen. Ausgangspunkt der Bakterienkulturen waren die Entdeckungen von Pasteur und Robert Koch: sie stellten fest, dass sich auf Kartoffelscheiben kreisrunde Flecke bilden, die nur aus einer Bakterienart bestehen. Heute verwendet man stattdessen Agarplatten (Agar-Agar) oder Bouillon mit verschiedensten Zusätzen, die unerwünschte Bakterienarten unterdrücken und die Anzüchtung bestimmter Bakterienarten erleichtern (z.B. Farbstoffe oder verschiedene Zuckerarten, die nur von bestimmten Bakterien angegriffen werden).

    Bakterien, die sich im menschlichen Körper vermehren, brauchen meist eine Temperatur von 37 °C, die im Brutschrank (Apparat zur Züchtung von Bakterien) erreicht werden kann. Außerdem ist durch die Bakterienzüchtung auch die Zahl der Bakterien z.B. in Trink- oder Seewasser feststellbar, indem man die Zahl der Kulturen auszählt, die auf einer Agarplatte auftreten.