Befruchtung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Fecundatio)

    Vereinigung einer männlichen Samenzelle mit einer weiblichen Eizelle; wichtigster Vorgang der geschlechtlichen (sexuellen) Fortpflanzung bei Menschen, Tieren und Pflanzen.

    Beim menschlichen Samenerguss gelangen zwischen 200 und 300 Millionen Samenzellen (Spermien) in die Scheide. Von dort aus legen sie einen ca. 20 cm langen Weg durch den Hals und die Höhle der Gebärmutter bis in den Eileiter zurück. Sie benötigen dazu ein bis zwei Stunden. Die Eizelle besitzt keine Eigenbeweglichkeit, sondern gelangt passiv nach dem Eisprung vom Eierstock durch den Eileiter in die Gebärmutterhöhle. Die Befruchtung der Eizelle findet vorwiegend noch im Eileiter statt. Dabei kann nur eine Samenzelle in das Ei eindringen. Sofort nach der Befruchtung umgibt sich das Ei mit einer für andere Samenzellen undurchdringlichen Schutzhülle.

    Normalerweise gelangt dann das befruchtete Ei in die Gebärmutterhöhle, um sich im oberen Drittel in der vorbereiteten Schleimhaut einzunisten (Nidation). Die Samenzellen bleiben in den weiblichen Geschlechtsorganen etwa 40 Stunden, die weibliche Eizelle etwa fünf Stunden befruchtungsfähig, so dass das Konzeptions- oder das Befruchtungsoptimum ca. zwei Tage vor dem Eisprung beginnt und einen Tag danach endet.