EHEC-Infektionen in Deutschland

Aus Medizin-Lexikon.de

30. Mai 2011  |  Kommentare: 0

Seit Tagen ist von einer Erkrankung die Rede, die in Deutschland momentan verstärkt auftritt und auch schon Todesopfer gefordert hat: das hämolytisch-urämische Syndrom, kurz HUS, das in Folge einer EHEC-Infektion auftreten kann. Aber was sind EHEC und HUS überhaupt, und wie kann man sich davor schützen?

EHEC und HUS

Hinter der Abkürzung EHEC verbirgt sich eine bestimmte Art von Kolibakterium mit dem wissenschaftlichen Namen „Enterohämorrhagische Escherichia coli“. Kolibakterien finden sich im Darm eines jeden Säugetieres und erfüllen als Teil der Darmflora lebenswichtige Funktionen für Immunabwehr und Verdauung. Die EHEC-Bakterien sind typische Kolibakterien von Wiederkäuern wie Kühen, Rindern, Ziegen und Schafen, aber auch Rehen und Hirschen.

Da EHEC-Bakterien dem menschlichen Körper fremd sind, können sie beim Menschen Durchfall verursachen, eine EHEC-Infektion kann allerdings auch zur weitaus gefährlicheren HUS-Erkrankung führen, indem EHEC-Bakterien giftige Substanzen, sogenannte Toxine produzieren, die den menschlichen Körper schädigen. Nicht jede EHEC-Infektion führt aber zwangsläufig zu einer HUS-Erkrankung.

Während sich die Symptome einer EHEC-Infektion meist auf schwere Durchfälle beschränken, äußert sich eine HUS-Erkrankung zusätzlich durch Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und in seltenen Fällen auch Fieber. Die durch die EHEC-Bakterien produzierten toxischen Stoffe führen zu Nieren- und Blutzellschäden, die letztendlich zum Tod führen können.

Wie schützt man sich vor EHEC und HUS?

Es gibt keine prophylaktische Schutzimpfung gegen EHEC-Bakterien und auch die Behandlung bei bereits erfolgter Ansteckung ist schwierig, weil die aktuell grassierenden EHEC-Bakterien zum großen Teil resistent gegen herkömmliche Antibiotika sind und Antibiotika zudem das Krankheitsbild verschlechtern können, indem sie die Bildung toxischer Stoffe durch die EHEC-Bakterien anregen.

Auslöser der aktuellen EHEC-Infektionen sind nach aktuellem Erkenntnisstand aus Spanien importierte Gurken, als Überträger der Bakterien kommen aber auch Rohmilch und Rohmilchprodukte, rohe Fleisch- und Wurstwaren, sowie jede Art Obst und Gemüse in Frage. Aufgrund der hohen Aggressivität der EHEC-Bakterien ist aber auch die Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. In den meisten Fällen erfolgt die Ansteckung oral, über Mund und Rachen. Die einzige, aber äußerst effektive, Vorsorge- und Schutzmaßnahme ist daher eine gründliche Lebensmittel- und Handhygiene.

Natürlich ist nicht jede momentan auftretende Durchfallerkrankung auf EHEC-Bakterien zurückzuführen, bei begründetem Verdacht ist es aber durchaus ratsam, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Wie bei den meisten Erkrankungen gelten auch im Fall von EHEC-Infektion und HUS-Erkrankung Menschen mit schwachem Immunsystem als besonders gefährdet, vor allem also Kleinkinder und ältere Menschen.

Copyright Bild: Andreas Morlok / pixelio.de

  



 


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