Entnahme des Nabelschnurblutes

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    Werdende Mütter wünschen sich nichts mehr, als dass das Baby gesund zur Welt kommt und unternehmen im Allgemeinen alles, damit es so bleibt. Die Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblut hat in den vergangenen Jahren stark auf sich aufmerksam gemacht, da sie bei einer möglichen Erkrankung des Kindes in späteren Jahren helfen soll, Leukämie und andere schwere Krankheiten zu behandeln.

    Schmerzlos nach dem Abnabeln

    Im Nabelschnurblut sind Stammzellen enthalten, die alle Formen der Zellen des Abwehrsystems und des Blutes bilden können. Kommt es im Laufe des Lebens zu einer Erkrankung, bei der bestimmte Zellen nicht mehr vom Organismus hergestellt werden, kann theoretisch das eigene Nabelschnurblut verwendet werden, um zu helfen. Das Blut wird dafür nach dem Abnabeln aus der Nabelschnur entnommen und eingelagert; für die Frau ist dieser Vorgang schmerzlos.

    Was sich in der Theorie vielversprechend anhört, muss sich jedoch in der Praxis erst beweisen. Frauen und Eltern, die sich mit diesem Thema beschäftigen, sind häufig verunsichert und wissen nicht, wie sie sich entscheiden sollen. Es gibt zur Entnahme und der anschließenden Einlagerung Vor- und Nachteile.

    Vor- und Nachteile der Methode

    Zum einen ist die Gefahr, dass ein Kind an Leukämie erkrankt, gering, zum anderen sind die Heilungschancen heutzutage mit rund 80 Prozent relativ hoch. Eltern, die trotzdem Nabelschnurblut für den Fall der Fälle vorrätig haben möchten, können es in einer privaten Spenderbank einlagern. Sie haben dann den Vorteil, dass das Blut ausschließlich für das eigene Kind oder seine Geschwister benutzt werden darf. Wird es hingegen in einer öffentlichen Spenderbank eingelagert, darf es für andere kranke Menschen verwendet werden; die Lagerung ist in diesem Fall allerdings kostenlos.

    Eine private Spenderbank müssen die Eltern finanzieren. Mehrere tausend Euro können fällig werden, wenn das Blut mehrere Jahrzehnte gelagert werden soll, damit der Nachwuchs auch im Erwachsenenalter davon noch profitieren kann. Allerdings gibt es bisher keine Langzeitstudien, die belegen, dass die Zellen nach mehreren Jahren der Lagerung noch funktionsfähig sind.

    Angebote vergleichen

    Eltern, die nicht wissen, wie sie handeln sollen, können sich von verschiedenen Spenderbanken Angebote einholen und sie vergleichen. Es gibt bezüglich der Leistungen und Kosten durchaus Unterschiede.

    In vielen aber nicht in jedem Krankenhaus kann das Nabelschnurblut entnommen werden. Um eine Spende oder private Einlagerung zu gewährleisten, müssen werdende Eltern schon rechtzeitig in ihrer Geburtsklinik anrufen und fragen, ob dieser Vorgang dort durchführt wird. Ist dies nicht der Fall, muss eine andere Klinik gesucht werden.