Fistel

Aus Medizin-Lexikon.de


Verbindungsgang von Organen untereinander oder aber von im Körper gelegenen Organen zur Außenwelt. Sie können angeboren sein, im Laufe von Erkrankungen auftreten oder auch künstlich operativ angelegt werden. "Komplette Fisteln" sind insgesamt durchgängig und stellen eine Verbindung zwischen zwei Organen dar, während "inkomplette Fisteln" wie Bindesäcke enden. Die bekannteste natürliche Fistel, als Missbildung angeboren, ist die so genannte Kiemengangsfistel am Hals. Krankhaft erworbene Fisteln treten vorwiegend bei Entzündungen auf (Knochenmarkentzündung, Tuberkulose). Nach Verletzungen sind z.B. Blasenscheidenfisteln oder Scheidenmastdarmfisteln bekannt. Bei Männern treten häufiger After- (Mastdarm-) Fisteln auf. Fisteln zwischen Arterien und Venen, so genannte "arteriovenöse Fisteln", können angeboren vorkommen, bei Verletzungen eintreten, sind aber mitunter auch operativ angelegt, um aus therapeutischen Gründen das arterielle mit dem venösen Blut zu verbinden (Shunt). Eine künstliche, operativ gesetzte Fistel ist die äußere Magenfistel zur künstlichen Ernährung.


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