Grauer Star

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Katarakt)

    Der Graue Star ist eine Trübung der Augenlinse, die in den verschiedensten Lebensaltern und aus unterschiedlichsten Gründen auftritt:

    Angeborener Grauer Star

    Die Linsentrübung kann bereits bei der Geburt einseitig oder doppelseitig vorhanden sein. Entweder sind einzelne Schichten oder die gesamte Linse derart getrübt, dass die Pupille grau erscheint und ein Einblick in den Augenhintergrund unmöglich ist. Die Ursache ist entweder eine dominant erbliche Entwicklungsstörung oder eine Erkrankung der Mutter in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten an einer Virusinfektion (z.B. Röteln), wobei es noch zu anderen Missbildungen kommen kann.

    Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung der getrübten Linse etwa im 2. Lebensjahr (Staroperation). Die Aussichten für das Sehvermögen sind nach der Entfernung der getrübten Linse weiterhin ungewiss, da außerdem eine Schwachsichtigkeit oder Missbildungen der tieferen Augenabschnitte vorliegen können.

    Erworbener Grauer Star

    Ein Grauer Star kann sich durch folgende äußere Einflüsse entwicklen:

    • nach einer Augapfelprellung oder Verletzung der Linse durch einen scharfen Gegenstand, z.B. bei durchbohrenden Augenverletzungen
    • nach physikalischen oder chemischen Einwirkungen, wie Starkstromverletzungen, Röntgenstrahlen, Infrarotstrahlen oder jahrzehntelanger Einwirkung hoher Temperaturen (z.B. bei Arbeitern an Hochöfen und bei Glasbläsern)

    Außerdem kann ein grauer Star auftreten:

    • bei Allgemeinleiden, z.B. Diabetes mellitus, oder als Folge anderer Augenkrankheiten
    • als Alterskrankheit: Hier tritt der Graue Star meistens zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr und in der Regel an beiden Augen auf, wobei sich die Linsentrübung an dem zweiten Auge erst Jahre später entwickeln kann.

    Die Geschwindigkeit der Linsentrübung ist unterschiedlich, sie kann Jahre, aber auch nur Monate dauern, und zwischenzeitlich können Phasen des Stillstandes eintreten. Diese Entwicklung ist im Einzelfall schwer voraussehbar und kann nur aus einer längeren Beobachtungszeit abgeschätzt werden.

    Bei nur mäßiger Linsentrübung eines beginnenden Grauen Stares zeigen sich Beschwerden meist in einer vermehrten Blendung, Sehstörungen bei von vorn einfallendem Licht sowie Doppelt- oder Vielfachsehen mit einem Auge. Oft wird besseres Sehen bei herabgesetzter Beleuchtung angegeben. Die Zunahme der Linsentrübung geht mit einer Herabsetzung der Sehschärfe einher aber nicht mit Schmerzen oder sonstigen Beschwerden.

    Die Symptomatik ist nicht typisch für den Grauen Star, sondern kann auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten, die einer sofortigen augenärztlichen Behandlung bedürfen (Grüner Star). Ist die Linse so weit eingetrübt, dass die Sehschärfe stark vermindert ist, sollte eine Staroperation erfolgen.

    Wird die getrübte Linse in diesem Stadium nicht entfernt, entwickelt sich das Krankheitsbild des überreifen Grauen Stars: Die Linse schrumpft, der Kern verkalkt, die Rindenschichten können sich verflüssigen und der verkalkte Kern sinkt in dieser verflüssigten Rindenschicht nach unten. Reißt die äußere Linsenhülle ein, entleert sich der Inhalt in den Glaskörper, was in der Regel zu Entzündungserscheinungen und Steigerung des Augeninnendrucks (Augendruck) führt.