Heilpflanzen-Lexikon

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Die Heilkraft der Pflanzen wird seit eh und je zur Linderung körperlicher und seelischer Beschwerden eingesetzt. Bis heute werden Heilkräuter wegen ihrer natürlichen Wirkstoffe gerne chemischen Medikamenten vorgezogen. Etwa 10.000 Pflanzen mit heilenden Kräften sind bisher bekannt. Die wichtigsten Heilpflanzen, ihre Inhaltsstoffe und Wirkweise haben wir in unserem Heilpflanzen-Lexikon für Sie zusammengefasst:


Aufbereitung

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Verwendet werden die frischen oder getrockneten ganzen Pflanzen (Kraut = Herba) oder ihre Bestandteile (Blätter, Wurzel, Rinde, Blüten, Samen, Früchte).

Es gibt verschiedene Arten der Aufbereitung:

Frischpflanzensaft
wird am besten aus der zerkleinerten Pflanze mit Hilfe eines Entsafters gewonnen; er enthält neben den wasserlöslichen Wirkstoffen auch die Vitamine, Minerale, Zuckerstoffe und das pflanz¬liche Fasergerüst. Selbstzubereitete Frischsäfte müssen möglichst gleich getrunken werden . Fertigprodukte aus dem Fachhandel sind schonend erhitzt und dadurch haltbarer gemacht. Sie müssen aber auch im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Tees
enthalten nur die wasserlöslichen Wirkstoffe, beispielsweise in Abkochungen: für harte Pflanzenteile, z. B. Rinde oder Wurzeln ,deren Wirkstoffe nicht hitzeempfindlich oder auf andere Weise nicht zu gewinnen sind (Teile mit kaltem Wasser übergießen, 10-20 Min. schwach kochen lassen, dann Abgießen).
Aufgüsse
zur Wirkstofflösung über empfindliche Heilpflanzen mit zarten Bestandteilen, beispielsweise Blüten (mit kochendem Wasser übergießen, 5-10 Min. bedeckt ziehen lassen, dann abgießen).
Kaltauszüge
für Heilpflanzen, deren Wirkstoffe wärmeempfindlich sind oder deren unerwünschte Inhaltsstoffe gar nicht erst gelöst werden sollen (mit kaltem Wasser übergießen, je nach Rezeptur mindestens 30 Min., gewöhnlich über Nacht zugedeckt stehenlassen, dann abgießen; Tee kalt oder nur schwach angewärmt trinken).
Tinkturen und Extrakte
enthalten als zusätzliches Lösungsmittel meist Alkohol, beispielsweise 70%igen Weingeist oder einen guten Wein; sie werden gewöhnlich nur tropfenweise oder mit Wasser eingenommen.


Inhaltsstoffe

Der Botaniker ordnet die Heilpflanzen nach den Gesichtspunkten der Pflanzensystematik. Chemiker und Pharmazeuten interessieren sich mehr für die Inhaltsstoffe. Heilpflanzen können folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Alkaloide (Tollkirsche)
  • Glykoside (Fingerhut, Maiglöckchen, Bittermandel)
  • Saponine (Rosskastanie, Seifenkraut)
  • Bitterstoffe (Wegwarte)
  • Schleimstoffe (Eibisch)
  • Fette und Öle (Leinsamen, Raps)
  • ätherische Öle (Fenchel, Pfefferminze)
  • Senföle (Knoblauch, Kresse, Zwiebel)
  • Amine (Mistel)
  • Gerbstoffe (Eicheln)
  • Vitamine (Hagebutte, Paprika, Zitrone)
  • mineralische Stoffe (Kieselsäure im Ackerschachtelhalm, Iod im Blasentang)

u.a.

Manche Heilpflanzen enthalten gefährliche Gifte, die nur in sehr kleinen Mengen und nur von Ärzten verordnet werden dürfen (z.B. Fingerhut). Vor einer Operation sollten Arzneimittel, die aus Heilpflanzen gewonnen werden, abgesetzt werden, da sie unter anderem die Blutgerinnung und das Immunsystem beeinflussen können.


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