Lunge

Aus Medizin-Lexikon.de

(Pulmo)

Definition

Die Lunge ist das paarige Atmungsorgan der auf dem Land lebenden Wirbeltiere (Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere, auch des Menschen), in dem der Gaswechsel zwischen Luft und Blut erfolgt.

Anatomie

Die zwei Lungen liegen - von Lungenfell überzogen - im Brustkorb. Entsprechend der Linkslage des Herzens besteht die rechte Lunge aus drei Lappen und ist größer als die linke aus nur zwei Lappen. Jede Lunge ruht mit ihrer Basis auf dem Zwerchfell, ihre Spitze ragt in die Kuppel des Brustfells (Pleura), ihre vordere, seitliche und hintere Oberfläche schmiegt sich der Wand des Brustkorbs an. Gegen die Körpermitte ist sie dem Mediastinum zugekehrt.

Die linke Lunge wird durch eine schräge, tief einschneidende Spalte in einen vorne oben gelegenen Oberlappen und in einen hinten unten gelegenen Unterlappen gegliedert. In der rechten Lunge findet sich überdies eine horizontale Spalte, die den Oberlappen von einem vorne unten gelegenen Mittellappen trennt. Jeder Lappen besteht aus zahlreichen Läppchen, die gegeneinander aber nicht durch Spalten, sondern durch Bindegewebsblätter abgegrenzt sind, wobei das einzelne Läppchen auf der Lungenoberfläche ein Feld von einem viertel bis einem halben Quadratzentimeter einnimmt.

An der mediastinalen Fläche der Lunge (dem Mittelfellraum zugekehrt) findet sich der Hilus. Die aus dem Mediastinum zum Hilus (bzw. umgekehrt) verlaufenden Gebilde werden in ihrer Gesamtheit als Lungenstiel bezeichnet. Es sind dies je ein Hauptbronchus (Luftröhre), eine Lungenarterie, zwei Lungenvenen, die Nerven und die Lymphgefäße der Lunge sowie die Blutgefäße der Bronchien. Die am Hilus eintretenden Gebilde verzweigen sich in der Lunge, wobei der Baum der Lungenarterie weitgehend dem des Bronchus entspricht. Ein Teil eines Lungenlappens, der von einem noch in nächster Hilusnähe entspringenden und hier chirurgisch darstellbaren Bronchialast und einer ihm entsprechenden Arterie versorgt wird, heißt Lungensegment. Rechts werden insgesamt zehn, links meistens acht Segmente beschrieben.

Die großen Bronchien haben denselben Wandaufbau wie die Luftröhre. Je kleiner aber ein Bronchus ist, desto weniger Knorpel und desto mehr glattes Muskelgewebe enthält seine Wand. Die in die einzelnen Läppchen eintretenden Bronchien, die Bronchiolen, besitzen nur noch eine von Schleimhaut ausgekleidete Muskelwand. Nach weiterer Verzweigung gehen sie in Endsäckchen über, deren Wand halbkugelige Vorwölbungen hat, die Alveolen. Diesen liegt ein engmaschiges Netz weiterer Blutkapillaren an, die aus der Lungenarterie gespeist werden.

Physiologie

Anreicherung des Bluts mit Sauerstoff

Durch die äußerst dünne Wand, die das Blut dieser Kapillaren von der in den Alveolen befindlichen Luft trennt, tritt Sauerstoff aus der Luft ins Blut und Kohlendioxid aus dem Blut in die Luft über. So wird das sauerstoffarme Blut der Lungenarterie mit Sauerstoff angereichert und fließt dann durch die Lungenvenen ab.

Staubbekämpfung

Stäubchen, die nicht auf die Schleimhaut der Luftröhre oder der Bronchien gefallen sind, werden in den Alveolen von "Staubzellen" unschädlich gemacht und von diesen in das Bindegewebe zwischen den Läppchen gebracht, so dass beim Erwachsenen die Läppchengrenzen durch ihre schwarze Farbe kenntlich sind. Ein Großteil des Staubes kommt von hier in den Lymphstrom (Lymphgefäße) und gelangt so in die am Lungenhilus gelegenen Lymphknoten. Auch Krankheitsprozesse der Lunge, z.B. Tuberkulose, werden auf dem Lymphweg zu den Lymphknoten am Hilus weitergeleitet.

Ein- und Ausatmung

Die Erneuerung der in den Alveolen befindlichen Luft erfolgt durch Ausatmung und Einatmung. Bei der Einatmung wird der Brustraum durch Muskelkraft erweitert, und zwar nach unten dadurch, dass sich das Zwerchfell kontrahiert, und nach vorne und in die Breite dadurch, dass die Rippen, vorwiegend durch die äußeren Zwischenrippenmuskeln, gehoben werden. Die Ausatmung wird nach Aussetzen dieser Muskelkräfte weitgehend durch elastische Kräfte bewirkt, da die Lunge reichlich elastisches Gewebe enthält. Muskeln, z.B. die inneren Zwischenrippenmuskeln können die Ausatmung unterstützen. Bei forcierter Ausatmung , wie z.B. beim Husten, aber auch bei forcierter Einatmung wegen erhöhten Sauerstoffbedarfs, z.B. nach sportlichen Leistungen, werden Muskeln mitverwendet, die normalerweise den Bewegungen des Armes dienen.

Nervenfunktionen

Die Nerven der Lunge vermitteln einerseits Sinneseindrücke, z.B. den Hustenreiz, andererseits beeinflussen sie die Schleimsekretion in den der Bronchialschleimhaut angeschlossenen Drüsen sowie die Weite der Bronchiolen durch Innervation der glatten Muskulatur.


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