Multiple Sklerose

Aus Medizin-Lexikon.de

Abk.: M. S., auch: Encephatomyilitis disseminata;

gehört vor allem in den europäischen Ländern zu den häufigsten organischen Nervenkrankheiten. Die Ursache dieser Krankheit ist bisher noch unbekannt. Anatomisch liegen der Multiplen Sklerose zahlreiche, über Hirn und Rückenmark verstreute Krankheitsherde zugrunde, die gekennzeichnet sind durch den Schwund der Markscheiden der Nervenfasern mit nachfolgender Gewebsverhärtung (Sklerose). Entsprechend der Verteilung der Herde kann das Erscheinungsbild der Multiplen Sklerose außerordentlich vielgestaltig sein. Bevorzugt treten besonders zu Beginn Sehstörungen, Doppelbilder, wechselnde Empfindungsstörungen (Parästhesien) und Lähmungen, Inkontinenz, Gangunsicherheit und Schwindel auf. Objektiv findet man häufig Nystagmus, Intentionstremor, fehlende Bauchhautreflexe, eine Steigerung der Muskel-Sehnenreflexe. Die Krankheit beginnt bevorzugt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und verläuft häufig in Schüben mit wechselnden Besserungen und Verschlechterungen, mitunter auch chronisch fortschreitend. Hauptsächlich betroffen sind Frauen. Die weitverbreitete Laienmeinung, dass Multiple Sklerose immer einen ungünstigen Verlauf nehme und nahezu jeder M.S.-Kranke im Rollstuhl ende, trifft keineswegs zu.


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