Paralyse
Aus Medizin-Lexikon.de
vollständige Bewegungslähmung (Lähmung), Progressive Paralyse, irreführend auch als "Gehirnerweichung" bezeichnet. Es handelt sich um eine etwa 10-25 Jahre nach der Infektion mit Syphilis als Spätfolge in verhältnismäßig seltenen Fällen auftretende Gehirnerkrankung, die mit chronischer Entzündung, Entartung und Atrophie (Schwund) der Gehirnrinde, vor allem im Stirnhirnbereich einhergeht. Die Krankheit beginnt oft schleichend mit uncharakteristischen Erschöpfungssymptomen ("pseudoneurasthenisches Stadium"), später setzt dann ein zunehmender geistiger Verfall im Sinne einer Demenz ein, der mit ausgeprägten Charakterveränderungen, mitunter auch mit Anzeichen von Größenwahn einhergeht. Fast regelmäßig finden sich Pupillenstörungen (Lichtstarre), häufig Sprachstörungen. Beweisend für die Krankheit sind spezifische Veränderungen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Unbehandelt führt die Paralyse zum geistigen und körperlichen Verfall.
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