Parasympathikus
Aus Medizin-Lexikon.de
Der Parasympathikus ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der im Gegensatz zum Sympathikus als Überträgerstoff am Zielorgan Azetylcholin benutzt. Der Parasympathikus stammt aus dem Hirnstamm und dem untersten (sakralen) Teil des Rückenmarks, weswegen er auch als kranbiosakrales System bezeichnet wird. Er verfügt über keine eigenen Nervenstränge, sondern schickt seine Fasern anderen Nerven mit, besonders dem Vagus.
Die aus dem Mittelhirn kommenden Fasern verengen die Pupillen und bewirken die Akkommodation des Auges. Sie verlaufen mit dem Nervus oculomotorius, einem Hirnnerven, der alle Augenbewegungen steuert.
Aus den Schaltkernen im verlängerten Mark kommen Fasern, die mit den Nerven Fazialis (Gesichtsnerv), Glossopharyngeus (Schlund- und Rachennerv) und Vagus (großer Eingeweidenerv) verlaufen. Sie regen die Sekretion von Tränen, Speichel und Magensaft an, wobei der Speichel dickflüssig und reich an Enzymen wird. Die Blutgefäße im Bereich von Gesichtshaut, Rachen, Herz, Lungen, Magen-Darmkanal, wahrscheinlich auch im Bereich der Nieren, werden erweitert, der Puls verlangsamt und der Blutdruck gesenkt, die Magen-Darmbewegungen beschleunigt und die Bronchien verengt (Asthmaanfälle). Der Einfluss des Parasympathikus reicht bis zum querlaufenden Schenkel des Dickdarms.
Vom Kreuzbeinmark entspringen die Nervi pelvici (Beckennerven), die den letzten Teil des Darms versorgen und das Zusammenziehen von Harnorganen und Geschlechtsorganen bewirken. Da sich Kreuzbein- und Kopfteil des Parasympathikus nicht immer voll überschneiden, kann die Versorgung des Dickdarms an seiner linken Knickung ungenügend sein, weswegen dort bevorzugt Erweiterungen, Blähungen und Kotstauungen auftreten.
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