Rauchfrei durch Medikamente

Aus Medizin-Lexikon.de

Die meisten Raucher sehnen sie schon lange herbei: die Wunderpille gegen die Nikotinsucht. Einfach einwerfen und durchatmen. Dass es so leicht nicht sein kann, ist natürlich klar, doch was können Medikamente zur Rauchentwöhnung beitragen und welche gibt es überhaupt?


Nikotinersatzpräparate sind die wohl bekanntesten Mittel beim Entzug: Pflaster, Kaugummis und Inhalatoren sollen die körperliche Gier eindämmen, damit sich der Aufhörwillige zunächst ganz auf die psychische Komponente konzentrieren kann. Erfolgsquote laut Deutschem Krebsforschungszentrum (DKFZ): 8 Prozent. Das klingt nicht nach besonders viel. Zum Vergleich: Wer es ganz ohne Hilfsmittel versucht, schafft es zu 5 Prozent, nach einem Jahr noch abstinent zu sein.

Seit 2000 ist das Entwöhnungs-Medikament Zyban® (Wirkstoff:Buprorion) in Deutschland auf dem Markt. Raucher empfinden eine Zigarette deshalb als so angenehm, weil Nikotin die Konzentration der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin erhöht, die für Glücksempfinden und gesteigerte Aufmerksamkeit zuständig sind. Der Wirkstoff Buprorion hält die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn konstant und verhindert so depressive Verstimmungen, Konzentrationsstörungen und die gefürchtete Nikotin-Schmacht. Nach sieben bis neun Woche wird das Medikament wieder abgesetzt. Die Erfolgsquote liegt bei manchen Studien immerhin in etwa bei 20 Prozent.

2007 wurde mit Champix® (Wirkstoff Vareniclin) eine neue Pille auf dem deutschen Markt eingeführt. Der Wirkstoff blockiert die Nikotinrezeptoren und sorgt so einerseits für die Reduktion der Entzugserscheinungen und andererseits dafür, dass bei einem eventuellen Rückfall die gewohnt belohnende Wirkung des Nikotins ausbleibt. Die Erfolgsquote liegt ebenso circa bei 20 Prozent, obwohl die Werte je nach Studie und Quelle bei Zyban® genauso stark schwanken wie bei Champix®.

Die Zahlen klingen nicht schlecht, dennoch werden die Wunderpillen immer wieder starker Kritik unterzogen. Vor allem Zyban® wird von Kritikern als Antidepressivum mit schweren psychischen Nebenwirkungen beschrieben, körperliche Begleiterscheinungen werden bei beiden Präparaten häufig beobachtet. Zumindest eine gesunde Skepsis ist also in jedem Fall angebracht.


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