Salz - lieber zu viel als zu wenig

Aus Medizin-Lexikon.de

Seit Jahren wird von zu viel Salzkonsum abgeraten, inzwischen gibt es Entwarnung: Zu viel Salz ist bei Weitem nicht so gesundheitsschädlich, wie lange befürchtet. Im Gegenteil, wer den Rat nach salzarmer Ernährung zu sehr beherzigt, geht ebenfalls ein Gesundheitsrisiko ein.

Um lebensnotwendige Körperfunktionen aufrecht erhalten zu können, braucht der menschliche Körper fünf bis sechs Gramm Salz pro Tag, vor allem zur Regulierung des Wasserhaushaltes. Alles was darüber hinaus geht, galt lange als ungesund. Zu hoher Salzkonsum stand im Verdacht, zu Bluthochdruck und Nierenschäden zu führen, da Salz über den Wasserhaushalt den Druck in den Blutgefäßen reguliert und das überschüssige Salz über die Nieren wieder ausgeschieden werden muss.

Das Problem dabei: Der durchschnittliche Mensch in der westlichen Welt nimmt bereits bis zu acht Gramm Salz pro Tag über die Nahrung auf, ohne dabei selbst nachzusalzen, etwa über Fertiggerichte, Wurst und Käse. Eine deutliche Verringerung des Salzkonsums wäre also nur über spezielle Diäten erreichbar, das am Mittagstisch oft gescholtene Nachsalzen fällt kaum ins Gewicht.

Inzwischen gibt es allerdings Studien, die die negative Wirkung von einem Übermaß an Salz widerlegen, da sich eine Veränderung in der Salzaufnahme kaum messbar auf den Blutdruck auswirkt. Im Gegenteil wirkt ein Mangel an Salz weitaus gefährlicher auf den menschlichen Körper als ein Überschuss, da der menschliche Organismus auf dieses Defizit mit Stresshormonen und einem Anstieg des Blutzuckerspiegels reagiert und damit das Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wer seine Salzaufnahme also aus Sorge um die negativen Folgen zu drastisch reduziert, der gefährdet seine Gesundheit unter Umständen mehr als bei erhöhtem Konsum.

Siehe auch: Salzmangelsyndrom


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