Schlaganfall

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Apoplexie, Gehirnschlag;

    Definition

    Mehr oder weniger plötzlich auftretender Funktionsausfall eines bestimmten Hirnbereichs. Hinsichtlich des Entstehungsmechanismus ist zu unterscheiden zwischen dem plötzlich auftretenden Blutaustritt durch Riss (Raptur) eines geschädigten Hirngefäßes und der weniger akut in Erscheinung tretenden Hirnerweichung (Enzephalomalazie) durch Gefäßverschluss infolge einer Embolie, einer örtlichen Thrombose, eines plötzlichen Blutdruckabfalls, der zu einer vorübergehenden örtlichen Blutleere führen kann. Je nach dem Sitz und Ausmaß des Blutungs- oder Erweichungsherdes treten leichte bis schwere Bewusstseinstrübungen, Sprachstörungen oder Lähmungen auf. Bevorzugter Sitz des Schlaganfalls ist die im Hirnstamm gelegene innere Kapsel. Blutungen in diesem Bereich haben stets anfänglich schlaffe, später spastische Lähmungen der der betreffenden Hirnhälfte entgegengesetzten Körperseite zur Folge (Hemiplegie).

    Ursachen

    Häufige Ursachen des Schlaganfalls sind die Hochdruckkrankheiten und die Arterienverkalkung. Da auch bestimmte Gehirnkrankheiten wie Tumore, Gefäßgeschwülste, Aneurysmen, Syphilis oder Paralyse zeitweise schlaganfallähnliche Symptome zeigen können, ist sorgfältige diagnostische Abklärung in jedem Falle erforderlich.

    Symptome

    Diagnose

    Zu Beginn der ärztlichen Behandlung erhärten zunächst einmal die allgemeine Symptomatik und entsprechend vorliegende Risikofaktoren des Patienten die Diagnose Schlaganfall. Die Befragung – falls möglich – des Patienten oder seiner Angehörigen über Krankheitsgeschichte ist wichtiger Teil der Diagnosefindung. Typische Symptome wie Sprachstörungen oder einseitige Lähmungen weisen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen eines Schlaganfalls hin.

    Mittels bildgebender Verfahren wie MRT oder CT lässt sich das Infarktgeschehen im Gehirn eindeutig nachweisen und lokalisieren. Zusätzlich hierzu empfiehlt sich häufig eine Angiographie (Gefäßdarstellung) vorzunehmen. Hierdurch lassen sich Verengungen der Hirn- und zuführenden Halsgefäße identifizieren. Da Herzrhythmusstörungen ebenfalls einen Schlaganfall auslösen können, wird praktisch immer ergänzend ein EKG geschrieben.

    Therapie

    Da einmal zerstörte Nervenzellen nicht mehr neu gebildet werden, ist ein schnellstmögliches Handeln beim Schlaganfall essentiell. Primär ist die Eröffnung des verengten oder verschlossenen Blutgefäßes das primäre Therapieziel. So kann die Sauerstoffversorgung des Gewebes wiederhergestellt werden. Medikamentös wird mit Gerinnungshemmer versucht Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen. Komplett anders muss vorgegangen werden, wenn der Schlaganfall durch eine Blutung ausgelöst wurde. Hier muss nicht selten chirurgisch interveniert werden.