Serumkrankheit

Aus Medizin-Lexikon.de

Anaphylaxie (Überempfindlichkeit) gegen fremdes Serum. Tritt meist nach der zweiten, gelegentlich aber auch schon bei der ersten Injektion von Tierserum beim Menschen auf. Diese Überempfindlichkeit gegen das betreffende Serum tritt im Laufe von ein bis zwei Wochen ein und hält mindestens fünf bis zehn Jahre an. Jeder Mensch, der wegen Verletzungen oder zur Krankheitsbehandlung ein Heilserum bekommen hat, muss daher lebenslänglich eine Bescheinigung besitzen, aus der hervorgeht, von welcher Tierart das Serum stammte. Er muss jedem Arzt, der ihn behandelt, davon Mitteilung machen, weil eine zweite Injektion eines ähnlichen Serums die lebensgefährliche Serumkrankheit verursacht. Gegen Serum einer anderen Tierart hingegen besteht keine Empfindlichkeit. Wird versehentlich ein Serum zweimal gespritzt, so kann außer einer Sofortreaktion mit Nesselsucht, Schüttelfrost und Blutdruckfall mit rasenden Kopfschmerzen, nach fünf bis zwölf Tagen die eigentliche Serumkrankheit ausbrechen, die ebenfalls mit Nesselsucht, Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen beginnt. Durch Quincke-Ödem kann Erstickung, durch Herzstillstand der Tod eintreten. Einweisung in eine Klinik ist fast immer notwendig.


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