Vogelgrippe

Aus Medizin-Lexikon.de

(Aviäre Influenza)

Definition

Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine Viruskrankheit, die von den hochpathogenen Influenza-A-Viren vom Subtyp H5 oder H7 verursacht wird. Sie befällt vor allem Hühner, Puten, Enten und Wildvögel, vereinzelt auch Wasservögel und Tauben; das Virus endet für 80 bis 100 Prozent der Tiere tödlich. Es sind 15 verschiedene Subtypen des Influenzavirus bekannt. Als besonders gefährlich wird der Typ H5N1 betrachtet, der Anfang des Jahres 2004 eine Epidemie in Südostasien (v.a. in Vietnam, China und Thailand) auslöste. Dabei wurden ungefähr fünf Millionen Hühner infiziert. Seit 1997 sind schon zwei kleine Epidemien beobachtet worden, die von demselben Virus hervorgerufen worden waren.


Symptome

Symptome der Krankheit sind beim Geflügel hohes Fieber, Atembeschwerden, Fressunlust, Mattigkeit, eine Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen und Durchfall. Die infizierten Vögel legen keine Eier mehr und sterben in den meisten Fällen innerhalb von Stunden oder Tagen. Die Inkubationszeit beträgt drei bis 14 Tage. Beim Menschen ist es möglich, dass gar keine Krankheitszeichen auftreten; das Virus kann aber auch Symptome wie bei einer normalen Grippe, also Fieber und Husten, hervorrufen und im Extremfall sogar zum Tod führen.

Übertragung

Die Übertragung des Virus auf den Menschen ist zwar selten, aber nicht unmöglich. Da die Vögel das Virus mit dem Kot ausscheiden, kann die Übertragung durch Einatmung kontaminierter Staubpartikel oder durch mangelnde Händehygiene stattfinden. Außerdem können sich Menschen durch Blutspritzer, also zum Beispiel beim Schlachten, infizieren. Man geht jedoch davon aus, dass das Virus nicht durch den Verzehr von infiziertem Fleisch übertragen werden kann.

Eine mögliche Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht bewiesen. Wissenschaftler befürchten allerdings, dass sich das Vogelinfluenzavirus mit einem menschlichen Grippevirus vermischen könnte und dadurch auch von Mensch zu Mensch übertragbar wäre. Momentan existiert kein Impfstoff gegen das Influenza-A-Virus, weil es in den letzten Jahren mutierte. An einem modifizierten Impfstoff wird derzeit gearbeitet. 2004 konnten chinesische Wissenschaftler den Erreger erstmals in Schweinen nachweisen; damit ist die Möglichkeit einer Ansteckung von Mensch zu Mensch wahrscheinlicher geworden.


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