Augenlidkorrektur - Laser oder Skalpell?

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Quelle / Copyright: Youtube / taff

    Gerade in der heutigen auf Aussehen fixierten Gesellschaft ist die operative Korrektur von Ober- und Unterlid ein gefragter Eingriff. Wenn Cremes nicht mehr helfen, wagen auch junge Leute den Gang zum Schönheitschirurgen. So steigt die Zahl der Augenlidkorrekturen weltweit an – vor allem in Asien.

    Faktoren, die zu Schlupflidern und Tränensäcken führen

    Mit zunehmendem Alter verliert das Bindegewebe an Elastizität – am ganzen Körper. An den Augen ist dies besonders auffällig: Die Oberlider entwickeln sogenannte Schlupflider, bei denen erschlaffte Haut die Augenlidfalte bedeckt, unter den Unterliedern entstehen Tränensäcke, die das Auge permanent geschwollen aussehen lassen.

    Das Bindegewebe wird deshalb schwächer, weil die Haut mit dem Alter dünner wird und an Wasser- und Fettgehalt verliert. Aus diesem Grund geht die Spannkraft der Augenlider verloren – der störende Hautüberschuss über dem Lid entsteht. Viele Menschen, die unter Schlupflidern leiden, sind aufgrund der überhängenden Haut sogar in ihrer Sicht beeinträchtigt. Andere stören sich vor allem unter ästhetischen Gesichtspunkten am Schlupflid – sie wollen nicht alt und verbraucht aussehen. Vor allem Frauen leiden darunter, dass sie sich nicht mehr so hübsch machen können wie früher. Denn auf dem Augenlid aufgetragene Schminke ist schlicht nicht zu sehen.

    Schuld an der Entstehung von Tränensäcken können genetische Veranlagung, Lebensstil und Schlafmangel sein – oft kommen all diese Faktoren zusammen. In jüngeren Jahren bilden sich Tränensäcke über Nacht, gehen dann aber im Laufe des Tages zurück. Bei den bleibenden Tränensäcken jedoch lagern sich Wasser- und Fettgewebe beständig unter dem Auge an, so dass sich die unerwünschte Wölbung bildet. Auch in diesem Fall leiden die Betroffenen oft daran, alt, verbraucht und erschöpft auszusehen.

    So funktioniert die Augenlidstraffung

    Durch eine operative Straffung des Ober- oder Unterlides gewinnen viele Patienten eine enorme Lebensqualität zurück. Sie fühlen sich wieder attraktiv, ansehnlich und wohl mit sich und ihrem Gesicht.

    Um das Schlupflid oberhalb des Auges zu entfernen, wird innerhalb der Lidumschlagfalte ein Hautschnitt gesetzt. Die überschüssige hängende Haut kann nun entfernt werden, die Bindegewebsschicht wird gestrafft. Um Tränensäcke zu entfernen, wird der Hautschnitt unterhalb der Wimpernlinie gesetzt. Durch diesen wird überschüssiges Fettgewebe entfernt, das Bindegewebe gestrafft und neu positioniert.

    Vor- und Nachteile der Augenlidstraffung mit Laser

    Im Bereich der Augenlidstraffung kann mittlerweile auf modernste Technik zurückgegriffen werden: den Laser. Mit sogenannten Laserskalpellen wird die Haut nicht aufgeschnitten, sondern durch Hitze weggebrannt. Dabei wirkt der Laser hämostatisch. Das heißt, dass er durch die saubere Schnittführung Blutungen kleiner Gefäße entgegenwirkt, die den Operationsverlauf behindern könnten. Dadurch entstehen übrigens auch weniger Einblutungen und Schwellungen, die nach der Operation negativ auffallen.

    Durch die Verbrennung der Haut allerdings verschorfen die Wundränder, was zu einer grundsätzlich schlechteren Abheilung führt. Außerdem ist die Angst, dass der Laser die Augen verletzt, nicht unbegründet. In der Regel sind die Kosten der Operation via Laser höher als wenn das Skalpell zum Einsatz kommt – schließlich müssen sich die Geräte amortisieren und die Behandlung an sich ist aufwändiger in Vor- und Nachbereitung.

    Die Operation wird ambulant durchgeführt. In der Regel sind Patienten bereits nach einer Woche wieder gesellschaftsfähig.

    Vor- und Nachteile der Augenlidstraffung mit Skalpell

    Die Augenlidstraffung mit Skalpell ist eine bewährte Methode, die bei vielen Chirurgen beliebt ist. Selbst wenn einige den Laser Interre halber ausprobieren, greifen einige danach wieder zum Skalpell. Für diese Chirurgen ist entscheidend, dass sich der Laser nicht so kontrolliert in der Hand führen lässt, wie das klassische. Was außerdem für die Arbeit mit dem Skalpell spricht, ist, dass genauere und tiefere Schritte möglich sind. Haut kann abgetragen werden und wird nicht nur verödet, negative Langzeitfolgen sind nicht bekannt und die Fäden können eher gezogen werden, als nach der Behandlung mit Skalpell – renommierte Kliniken wie die Klinik am Opernplatz arbeiten bei der Augenlidkorrektur daher ausschließlich mit dieser traditionellen Methode.

    Dadurch, dass diese Methode nicht hämostatisch ist, können Schwellungen und Hämatome nach der Operation deutlicher auftreten. Allerdings achten Chirurgen schon während der Behandlung darauf, Blutungen direkt zu veröden, wenn sie entstehen. Diese werden durch Elektrokoagulation gestillt, die ähnlich wie der Laser eine Verbrennung auslöst, der das Gewebe verödet. Da diese verödeten Gewebebereiche allerdings viel kleiner sind, als die bei einer Augenlidkorrektur mit dem Laser, ist eine längere Abheildauer nicht zu erwarten.

    Abschließend ist festzustellen, dass ein Skalpell mehr Haut abträgt als er Laser, der überschüssige Haut nur minimiert. Für Patienten, die unter großen Hautüberschüssen leiden, ist daher die Behandlung mit dem Skalpell ratsamer als für die, die nur überhängendes Gewebe klagen. Für diese eignen sich sowohl die OP mit dem Laser als auch die mit Skalpell.