Bindegewebe

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Anatomie

    Gewebe im Tier- und Menschenkörper. Die zwischen den Bindegewebszellen liegende Grundsubstanz, die von den Zellen ausgeschieden wird, ist gallertartig oder netzförmig (dreidimensional). Je nach der Festigkeit unterscheidet man unterschiedliche Bindewegebssorten:

    a) lockeres faserarmes Bindegewebe dient in Organen als Bausubstanz, umgibt Nerven und Gefäße und kann Wasser speichern;

    b) straffes faserreiches Bindegewebe wird nach dem Verlauf der Fasern weiter unterteilt. Geflechtartiges Bindegewebe umgibt z.B. die Organe als feste Hülle, parallelfaseriges Bindegewebe bildet Sehnen und Bänder;

    c) netzförmiges Bindegewebe bildet das Grundgerüst der Abwehrorgane (Milz, Lymphknoten, Knochenmark). Als Fettgewebe dient es der Kalorienspeicherung.

    Funktion

    a) Bindegewebe umhüllt alle Organe, Gefäße und Nerven und verbindet diese miteinander. Sehnen dienen der Befestigung von Muskeln an Knochen, Bänder der Stabilisierung von Gelenken.

    b) Das Bindegewebe ermöglicht Nährstoffen, aus dem Blut durch seine Grundsubstanz zu diffundieren, sodass sie zu den Zellen der Organe gelangen können.

    c) Das Bindegewebe dient als Wasserspeicher, das es zwischen den Fasern seiner Grundsubstanz einlagern kann, sowie an manchen Stellen auch zur Fettspeicherung.

    d) Bindegewebe sprosst zur Narbenbildung in Verletzungen ein, die nicht vom Organgewebe selbst geschlossen werden können.

    e) Im Bindegewebe leben spezielle Abwehrzellen, die sich frei in der Grundsubstanz bewegen.