Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Bandscheibenoperation

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Sind Bandscheibenoperationen sehr gefährlich?

    Jede Operation birgt Risiken. Völlig falsch ist aber die Annahme, dass bei einer Wirbelsäulen- bzw. Bandscheibenoperation ein hohes Lähmungsrisiko besteht. Gerade in diesem Bereich sind in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht worden, die das Komplikationsrisiko enorm reduziert haben. Es existiert hierzulande eine große Anzahl an spezialisierten Zentren, in denen der Patient in den besten Händen ist.

    Quelle / Copyright: Youtube / HappyAndFitGesundheit

    Wann ist eine Bandscheibenoperation notwendig?

    Trotz der enormen Fortschritte in der orthopädischen Chirurgie sollte eine Bandscheibenoperation nur nach strenger Indikationsstellung durchgeführt werden. Bevor bei einem Bandscheibenvorfall die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff gefällt wird, sind eingehende orthopädische, neurologische und radiologische Untersuchungen angezeigt. Grundsätzlich gilt eine OP als notwendig, wenn Nervenschäden vorliegen oder sich Schmerzen durch eine konservative Behandlung wie Medikamente, Physiotherapie und einer Änderung des Lebensstils nicht adäquat lindern lassen.

    Ist man nach einer Bandscheibenoperation garantiert beschwerdefrei?

    Nein, kein seriöser Arzt kann eine Beschwerdefreiheit garantieren. Dennoch bietet eine Operation die große Chance auf eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität, bei der es durchaus auch zu einer völligen Remission der Beschwerden kommen kann. Im Rahmen von Studien konnte gezeigt werden, dass bei einem Großteil der operierten Teilnehmer die Schmerzen schon relativ früh nach dem Eingriff signifikant zurückgingen. Etwas länger dauert es erfahrungsgemäß, bis die vollständige Beweglichkeit wiederhergestellt ist. Eine professionelle Reha erhöht die Chance auf eine weitestgehende Genesung, wenngleich man lebenslang bestimmte einseitige und übermäßige Belastungen des Rückens vermeiden sollte. Bei einigen wenigen Patienten kann eine OP aber auch die Beschwerden verstärken. In der Regel ist eine Bandscheibenoperation aber ein anerkanntes und probates Mittel zur Verbesserung des Gesundheitszustandes.

    Gilt eine Bandscheibenoperation als eher kompliziert?

    Nein, das kann so nicht gesagt werden. Selbstverständlich ist jeder Operation eine Herausforderung und bedarf einer genauen Kenntnis aller medizinischen Gegebenheiten. Insgesamt gilt ein chirurgischer Eingriff an den Bandscheiben aber, ähnlich einer Bypass-OP am Herzen, als Routineeingriff.

    Ist bei einer Bandscheibenoperation immer eine Vollnarkose notwendig?

    Nicht immer, dies hängt vom Ausmaß und der Art des Eingriffes ab. Handelt es sich um eine überschaubare Krankheitssituation, wird heutzutage oftmals minimal-invasiv operiert. Das bedeutet, die Neurochirurgen setzen nur einen kleinen Schnitt (Schlüssellochmethode) und führen die Operation endoskopisch durch. In diesem Fall genügt meistens eine lokale Betäubung. Manchmal kann sogar ambulant vorgegangen werden und der Patient darf das Krankenhaus am OP-Tag wieder verlassen. Sind jedoch viele Bandscheiben betroffen oder liegen bereits Nervenschädigungen vor, ist eine offene Operation notwendig, die in aller Regel mittels Vollnarkose durchgeführt werden muss.

    Welche Komplikationen können auftreten?

    Wie eingangs erwähnt gilt die Bandscheibenoperation als sehr sicheres und häufig angewandtes Verfahren. Dennoch können wie bei jedem Eingriff auch Komplikationen auftreten, was jedoch sehr selten der Fall ist. Mögliche Risiken einer OP an der Halswirbelsäule sind Nervenreizungen, lang anhaltende oder dauerhafter Heiserkeit und Gefäßverletzungen. An der Lendenwirbelsäule sind folgende spezifische Komplikationen möglich: Bauchwandbruch, Darmverletzungen, Bauchfellläsionen, Narbenbruch, Verletzungen an Harnleiter und –blase, Gefäßverletzungen, Nervenreizungen, Darmlähmung, Miktionsprobleme und Erektionsstörungen. Hinzu kommen allgemeine Operationsrisiken wie Infektionen, Thrombosen oder eine Lungenembolie.

    Keinesfalls sollte dies aber vor einer notwendigen Operation abschrecken. Die genannten Komplikationen sind höchstunwahrscheinlich und die Vorteile eines Eingriffs überwiegen in den allermeisten Fällen.