Endoplasmatisches Retikulum

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Reticulum endoplasmaticum)

    Das endoplasmatische Retikulum besteht aus einem Netzwerk, das in kleinen Kanälen und Bläschen das Zytoplasma durchzieht. Bis auf die roten Blutkörperchen (Erythrocyten) ist in allen Zellen endoplasmatisches Retikulum enthalten. Seine Aufgabe liegt im Stofftransport innerhalb der Zelle.

    Es ist von einer einfachen Membran umgeben. Entlang der Membran befinden sich auf den Kanälen an vielen Stellen kleine körnige Gebilde, die Ribosomen (Ribosoma), die aber auch einzeln im Zytoplasma liegen. Wegen der rauen Struktur des Retikulums bezeichnet man dieses auch als raues endoplasmatisches Retikulum. Es kommt vor allem in den Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) vor. Dem gegenüber steht das glatte endoplasmatische Retikulum, das nicht mit Ribosomen besetzt ist. Hier finden beispielsweise Entgiftungsreaktionen statt. Ein großer Anteil davon liegt auch in den Zellen, die Hormone produzieren.

    Mithilfe des in den Ribosomen enthaltenen Stoffes RNS (Ribonukleinsäure) erfolgt der Eiweißaufbau aus freien Aminosäuren. Die Eiweiße werden zum weiteren Transport in kleine Bläschen (Vesikeln) eingebettet, die aus der Membran des endoplasmatischen Retikulums gebildet werden.

    Das endoplasmatische Retikulum hat auch andere Aufgaben. Eine davon ist beispielweise die schnelle Ausschüttung von Kalzium, das in bis zu zehntausendfach stärkerer Konzentration im Vergleich zum Zytoplasma vorliegt, in das Zytoplasma hinein. Dies ermöglicht der Muskulatur schnelle Bewegungen.