Etagenwagen im Krankenhaus

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    Etagenwagen sind unverzichtbare Helfer für Angestellte im Krankenhaus. Ganz gleich ob die täglichen Speisen für die Patienten, Bettwäsche oder technisches Equipment: Auf Station werden täglich unzählige Dinge bewegt. Dünne Personaldecken und ständig steigende Bürokratie sorgen dafür, dass die Zeit für Patienten immer knapper wird. Am wenigsten gebrauchen können die Mitarbeiter daher doppelte Transportwege. Deshalb erfreuen sich Etagenwagen in Krankenhäusern einer großen Beliebtheit. Denn alles muss schnell und effektiv ablaufen. Die Auswahl der mehrstöckigen Vehikel ist groß. Besondere Anforderungen bestehen an Hygiene und Ergonomie. Denn sowohl Krankenhauskeime als auch Rückenschmerzen sind ein großes Problem für Deutschlands Pflegende.

    Etagenwagen in Kliniken unverzichtbar

    Auf den ersten Blick haben die Begriffe „Logistikunternehmen“ und „Krankenhaus“ nichts miteinander zu tun. Man mag mit etwas Fantasie an die LKWs denken, die den Klinikbetrieb durch Anlieferung von Medikamenten, Lebensmitteln o. Ä. mit am Laufen halten. Aber etwas weiterführender überlegt, ist ein Krankenhaus selbst ein riesiger Logistikdienstleister. Alles ist immer in Bewegung. Hier nur einige Beispiele:

    • Das Operationsbesteck muss von der Zentralsterilisation in den OP-Bereich
    • Die Station wird fortlaufend mit Medikamenten aus der Hausapotheke versorgt
    • Dreimal täglich „pendelt“ der Essenswagen zwischen Küche und Station hin und her
    • Während der Visite müssen die Patientenakten immer greifbar sein

    Ohne Etagenwagen wäre die Menge an transportierter Ware im täglichen Klinikbetrieb nicht zu bewerkstelligen. Daher gehören die schiebbaren Transporter ebenso in ein Krankenhaus, wie Röntgengerät, Herzkatheter und OP-Roboter.

    Besondere Anforderungen im Krankenhaus

    Aktuell bestimmt die Coronakrise unser Leben und die tägliche Berichterstattung. Davon unabhängig schlägt das Robert-Koch-Institut (RKI) auch beim Thema Krankenhauskeime hierzulande Alarm. Nach Schätzungen der RKI-Forscher aus dem Jahr 2019 infizieren sich jährlich rund 600.000 Patienten mit einem Krankenhauskeim, bis zu 20.000 versterben daran1. Grund genug, an ausnahmslos allen Orten einer Klinik für ausreichend Hygiene zu sorgen. Etagenwagen im Krankenhaus müssen somit leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. Edelstahl ist hierfür das ideale Material, da es glatt und hart und somit gut zu desinfizieren ist. Die genannten Eigenschaften erschweren es Krankheitserregern darüber hinaus, an den Oberflächen haften zu bleiben2. Zudem sollten die Rohre des Rahmens so verschweißt sein, dass keinerlei Verletzungsgefahr für die Angestellten bzw. Patienten besteht.

    Etagenwagen: Ergonomie und Ökonomie verbinden

    Laut dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2019 sind Erkrankungen des Bewegungsapparates – insbesondere Rückenschmerzen – der zweithäufigste Grund für Krankmeldungen in Pflegeberufen, direkt nach psychischen Ursachen. 17,5 Prozent aller Fehlzeiten im Pflegesektor entfielen 2018 auf diese Beschwerden3. Rücken- und nackenschonendes Arbeiten ist daher keinesfalls nur auf die Tätigkeit direkt am Patienten zu begrenzen. Etagenwagen sollten stets so konzipiert sein, dass sie ergonomisch betätigt werden können. Für den Einsatz im Krankenhaus sind darüber hinaus einige Sonderausstattungen interessant: Der häufige Transport verschmutzter Wäsche kann durch einen integrierten Einspannring für Kleider- oder Müllsäcke effektiver gestaltet werden. Schubladen eignen sich hervorragend für kleine Gegenstände, wie Kugelschreiber, Tablettendosen oder Stempel. Zudem wird häufig ein abgetrenntes und verschließbares Fach für Patientenakten gewünscht. Etagenwagen für den Klinikbetrieb gibt es daher in verschiedenen Ausführungen. Spezialmodelle sind z. B.:

    • Visitewagen
    • Wäschewagen
    • Speisewagen
    • Wickelwagen
    • Ultraschallwagen
    • Medikamentenwagen

    Es gibt also eine große Auswahl für jede individuelle Situation und Tätigkeit. Und von beiden gibt es im „Logistikwunder Krankenhaus“ eine ganze Bandbreite.

    Referenzen

    1. Pressemitteilung des Robert-Koch-Instituts (Link)
    2. Pelzeter A. Lebenszyklus-Management von Immobilien: Ressourcen- und Umweltschonung in Gebäudekonzeption und -betrieb. Beuth Verlag GmbH, Berlin/Wien/Zürich, 2017, Seite 18 (Link)
    3. Gesundheitsreport: Pflegefall Pflegebranche – so geht es Deutschlands Pflegekräften. Techniker Krankenkasse, Seite 65 (Link)