Fleckfieber

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (lateinisch: Typhus exanthemlicus)

    früher Flecktyphus genannt, obwohl keine Verwandtschaft mit Typhus besteht. Es handelt sich um eine akute, meldepflichtige Infektionskrankheit, die durch Kleiderläuse und andere blutsaugende Insekten (Zecken) übertragen wird. Der Erreger ist ein sehr kleines Bakterium (Rickettsia Prowazceki). Die Infektion erfolgt meist durch Einkratzen oder Einatmen des Läusekots, der den Erreger enthält. Ganz ähnliche Krankheiten werden durch andere Rickettsien hervorgerufen und durch Milben (Tsutsugamushi-Krankheit in Japan) oder Zecken (Rocky-Mountains-Fleckfieber) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen. Nach einigen Tagen mit leichtem Krankheitsgefühl treten plötzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost, schwere Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und zunehmende Benommenheit auf. Am dritten bis fünften Tag bricht ein kleinfleckiger, blasser, zunächst rötlicher, später bläulicher, nicht juckender Ausschlag auf, zu dem später punktförmige Hauteinblutungen hinzutreten. Letztere entstehen auch an inneren Organen, besonders im Gehirn. Das Fieber besteht für zwei bis drei Wochen, es kommen Lähmungen hinzu, die manchmal erst nach Abklingen des Fiebers auftreten. Der Tod tritt ohne Behandlung in 20 % aller Fälle, bei Menschen über 40 Jahren immer, auf Grund von Kreislauflähmung oder Atemlähmung ein. Die Krankheit hinterlässt eine um so stärkere Immunität, je schwerer sie verlief.

    Fleckfieber erzeugt im Blut Antikörper, die auch gegen den Bazillus Proteus wirken. Dies wurde früher zur frühzeitigen Diagnose benutzt. Heute kann man den Erreger auch direkt in Stuhl und Blut nachweisen, so dass die Krankheit damit in großen Kliniken am 3. bis 5. Tage sicher erkannt werden kann.