Galle

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (lateinisch: Fel, Bilis; griechisch: Chole)

    Sekret der Leber. Galle wird in der an der unteren Leber angehefteten Gallenblase gesammelt und im Zwölffingerdarm dem Speisebrei zugemischt. Täglich werden 700 bis 1200 ml Galle gebildet, die in der Gallenblase auf 1/10 ihres Volumens eingedickt wird. Wichtige Bestandteile sind Gallensäuren und Phospholipide, die zur Emulgierung der Fette im Speisebrei dienen. Diese entstandene Emulsion aktiviert die fettspaltenden Enzyme, die Lipasen um die Nahrungsfette resorbierbar zu machen. Der Gallensaft enthält daneben Farbstoffe, von denen Bilirubin der bekannteste ist. Diese Gallenfarbstoffe entstehen als Abbauprodukt des Hämoglobins.

    Zu einem geringen Anteil enthält Galle auch Cholesterin und Hormone.

    Galle, die durch die Duodenalsonde gewonnen wird, hat zunächst eine goldgelbe Farbe (Lebergalle, A-Galle), nach Reizung mit Alkohol oder Eigelb entleert sich die dunkelbraune Blasengalle (B-Galle), wenn diese abgeflossen ist, kommt wieder hellgelbe "C-Galle". Sehr dunkle Galle heißt pleiochrome Galle.