Gaumen

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Palatum)

    das Dach der Mundhöhle und gleichzeitig die waagerechte Trennwand zwischen Mund- und Nasenhöhlen. Besteht aus einem vorderen knöchernen Teil (harter Gaumen, Palatum durum) und einem hinteren muskelhaltigen Teil (weicher Gaumen, Palatum molle).

    Der harte Gaumen wird von den Gaumenfortsätzen des Oberkiefers und den waagerechten Teilen des Gaumenbeines gebildet. Er ist von festhaftender Schleimhaut überzogen, die im vorderen Bereich rau ist (als Widerlager [Druck- und Reibefeld] für die Zungenspitze), im hinteren Bereich dagegen glatt und drüsenhaltig (Gleitfeld).

    Der weiche Gaumen setzt den harten Gaumen ohne sichtbare Grenze in der Schleimhaut nach hinten fort. Er ist beweglich, muskulös und trennt die Mundhöhle vom Rachen. Als Gaumensegel hängt er am hinteren Rand des harten Gaumens wie ein herabhängendes Zelttuch, in der Mitte bildet er das Zäpfchen. Seitlich vom Zäpfchen gehen bogenförmig zwei hintereinanderliegende Falten zur Seitenwand, die vorderen und hinteren Gaumenbögen. Zusammen mit dem Zäpfchen bilden sie die Rachenenge, die über den Zungengrund wie ein Tor in den Rachen führt. Zwischen vorderem und hinterem Gaumenbogen liegen beiderseits die Gaumenmandeln.

    Der weiche Gaumen kann gehoben und gesenkt und mit seiner Hilfe die Rachenenge geschlossen oder erweitert werden. Gehoben schließt er Nasopharynx und Oropharynx gegeneinander ab, gesenkt die Mundhöhe gegen den Nasopharynx, und hat damit wichtige Funktionen für Schluckakt und Sprachbildung.