Gefäßerweiterung

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Angiektasie;

    eine Erweiterung unterschiedlicher Ausprägung von kleinen Arterien oder Venen. Es können etwas größere oder nur die kleinsten (Teleangiektasie) Gefäßverzweigungen betroffen sein. Gefäßerweiterungen treten im Laufe des Lebens zunehmend an der äußeren Haut in Gestalt roter oder bläulicher Flecke auf, die bei näherer Betrachtung aus feinsten Äderchen bestehen. Sie können aber auch angeboren sein. Oft treten plötzlich so genannte Spinnwebmäler (Naevus araneus) auf, bei denen ein Sternchen von feinen Blutgefäßen aus einem kleinen zentralen Knopf entspringt. Angeboren sind Feuermäler und Blutschwämmchen (Blutgefäßmal), die auch hierher gehören. Massenhafte Gefäßerweiterungen, auch in den inneren Organen, bilden sich bei der seltenen Osler-Krankheit. Gefäßerweiterungen an den Lymphgefäßen heißen Lymphangiektasien. Sie sind häufig, entziehen sich aber der Betrachtung, da Lymphe farblos ist. Ebenso wie die Gefäßerweiterung der Blutgefäße können sich viele erweiterte Lymphgefäße zu einer Geschwulst zusammenschließen, dem Lymphangiom. Vorübergehende Gefäßerweiterung findet man in Entzündungsherden, doch bleiben von stärkeren Entzündungen oder Ekzemen meist auch bleibende Gefäßerweiterungen zurück. Eine allgemeine Gefäßerweiterung entsteht, wenn durch Erfrierungen oder Verbrennungen, Verätzungen usw. die Hautnerven nachhaltig geschädigt werden, so dass sich die Blutgefäße nicht mehr zusammenziehen können.