Gefäßkrampf

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Angiospasmus)

    krampfartiges anhaltendes Zusammenziehen der Gefäßmuskulatur unter dem Einfluss des vegetativen Nervensystems oder von Giften zusammenzieht. Wie jeder Muskelkrampf ist auch ein Gefäßkrampf schmerzhaft. Außerdem verengt er auch die Schlagadern, so dass ihre Versorgungsgebiete weniger oder gar kein Blut erhalten. Hierdurch entsteht eine Blutleere (Ischämie), die ihrerseits schmerzhaft ist und weitere Gefäßkrämpfe verursacht. Die betroffene Gegend wird kühl und blass. Außer durch Krampfgifte (Atropin, Strychnin und andere) wird der Gefäßkrampf durch Nervenreize bei plötzlicher Abkühlung und Verletzung ausgelöst (Blutstillung). Auch bei seelischen Erregungen, Schreck usw. tritt ein Gefäßkrampf auf, der sich im Gesicht als Blässe, am Herz als Herzenge (Angina pectoris), im Kopf als Migräne, im Bauch als Schmerzen und Durchfall äußern kann. Wenn durch häufigen Gefäßkrampf der Gliedmaßen allmählich schwere Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen eintreten, die bis zur Nekrose von Fingern und Zehen führen können, handelt es sich um die Raynaudsche Krankheit, die vorwiegend bei Frauen und Rauchern auftritt.