Gefäßnerven

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: vasomotorische Nerven;

    die sympathischen und parasympathischen Nerven, die an den Blutgefäßen (besonders Arterien) entlang ziehen und die Blutverteilung auf die einzelnen Organe regulieren. Die Nervenerregung wird durch Botenstoffe (Azetylcholin und Adrenalin) auf die Muskulatur übertragen. Ähnlich wirkende Hormone (z.B. Histamin) treten im Blut auf und wirken ebenfalls auf die Gefäßmuskulatur ein. Die Nerven, die Gefäße verengen, heißen Vasokonstriktoren, während ihre Gegenspieler, die Vasodilatatoren, die Blutgefäße erschlaffen lassen. Außerdem können Nerven und Hormone die örtliche Durchblutung durch Öffnen und Schließen von arterio-venösen Anastomosen regulieren. Die Gefäßregulation erfolgt vom Gehirn aus und über ein gemeinsames Vasomotorenzentrum im verlängerten Rückenmark. Einzelne Gefäßgebiete besitzen außerdem untergeordnete Befehlsstellen, die großen und kleineren Ganglien (Sonnengeflecht, Splanchnikus). Bei Schädigung dieser Zentren durch Schock, Vergiftung oder Verletzung fällt die Gefäßregulation ganz oder teilweise aus, der Blutdruck sinkt auf Null, weil das Blut die weitgestellten Blutgefäße nicht mehr ausfüllen kann. Dieser lebensgefährliche Zustand erfordert sofortiges ärztliches Eingreifen.