Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Liquor cerebro-spinalis)

    auch: Hirnwasser, Nervenwasser, Rückenmarksflüssigkeit;

    im Sprachgebrauch der Klinik einfach "Liquor" genannt. Liquor ist eine klare, wasserhelle, sehr eiweißarme Flüssigkeit, die das Zentralnervensystem, also Gehirn und Rückenmark, als schützendes Wasserpolster wie ein mechanischer Schutzmantel umgibt und auch die Hohlräume des Gehirns, die Gehirnkammern oder Ventrikel, ausfüllt. Der Liquor wird hauptsächlich in den in die seitlichen Hirnkammern eingestülpten "Plexus chorioidei" (Blutgefäßknäueln), z.T. aus der Gewebsflüssigkeit des Gehirns gebildet, d.h. aus dem Blutplasma filtriert und in den Paechionischen Granulationen (zottenartige Ausstülpungen im Bereich der Hirnhäute) wieder ins Blut zurückresorbiert. Der Liquor hat also nicht nur eine mechanische Pufferfunktion, sondern auch eine wichtige Aufgabe beim Stoffwechselaustausch zwischen Gehirn und Körper. Die Kenntnisse über Beschaffenheit und Zusammensetzung des Liquors spielen labortechnisch bei der Diagnostik eine wichtige Rolle.