Gen

    Aus Medizin-Lexikon.de

    Fast alle Erbanlagen befinden sich auf den Chromosomen. Ihre chemischen Träger, die Gene, sind Abschnitte von Desoxyribonukleinsäure-Molekülen (DNA). In den Kettenmolekülen der Nukleinsäuren fügen sich Mononukleotide aneinander, deren Pentosen durch eine C-N-Bindung mit je einer Base zu einem Nukleotid verbunden sind. In der polymeren Kette verbindet Phosphorsäure die Zuckerringe. In den Nukleotiden kommen die Purinbasen Adenin und Guanin sowie die Pyridinbasen Cytosin und Thymin (in der DNA) und Uracil statt Thymin in der Ribonukleinsäure (RNA) vor. Die Vielfalt der Erbeigenschaften beruht auf der Verteilung der Aufeinanderfolge der 4 Basen in den DNA-Ketten, so dass aus diesen 4 Zeichen eine Verschlüsselung (genetischer Code) aufgebaut wird, mit der den Zellen alle Informationen übermittelt werden. Bei der Befruchtung einer Eizelle vereinigen sich die Erbanlagen zweier Lebewesen derselben Art und bilden so eine neue Erbanlagenkombination. In den Kernfädchen (Chromosomen) befinden sich die Gene aufgereiht. Bei jeder Chromosomen- und Zellteilung werden die Gene auf die Tochterzellen verteilt. Die Übertragung erblicher Eigenschaften gelang bei Bakterien durch Transformation freier DNA künstlich.