Geruchssinn

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Riechen;

    Das Riechfeld

    Das Geruchsorgan liegt am Anfang der Atemwege und informiert über die Beschaffenheit der eingeatmeten Luft. Es befindet sich in der Schleimhaut der Nasenhöhle als geschlossenes Sinnesfeld. Dieses Riechfeld hat eine Fläche von etwa 250 mm² und liegt im Bereich der oberen Nasenmuscheln und dem gegenüberliegenden Abschnitt der Nasenscheidewand. Die Schleimhaut des Riechfeldes unterscheidet sich durch ihre gelblich-bräunliche Färbung von der übrigen rötlichen Nasenschleimhaut. Es besteht aus Stützzellen, zwischen denen die eigentlichen fadenförmigen Riechzellen eingelagert sind. An der Oberfläche hat jede Riechzelle ein feines Stäbchen, das Riechhärchen. Die Enden der Riechzellen gehen direkt in den Riechnerven (Nervus olfactorius) über. Im Gegensatz zu vielen Säugetieren ist das Geruchsorgan beim Menschen verkümmert. Die Geruchsempfindung kommt dadurch zustande, dass die gerochenen Substanzen in gasförmigem oder staubförmigem Zustand mit der eingeatmeten Luft in das Riechfeld gelangen und über die Riechhärchen und den Riechnerven aufgenommen werden.

    Aufgaben des Geruchssinns

    Der Geruchssinn steht in enger Beziehung zum Geschmacksvermögen. Die den Speisen anhaftenden Riechstoffe gelangen an das Riechfeld und verursachen ebenfalls eine Geruchsempfindung (gustatorisches Riechen). Trotz seiner Verkümmerung spielt der Geruchssinn beim Menschen eine wichtige Rolle. Er bereitet die verschiedensten Genüsse (das "Schmecken" von Gewürzen ist eine Riechleistung). Er macht auf übelriechende, giftige oder gefährliche Gase aufmerksam und warnt vor tieferer Einatmung derselben. Zwischen den Geschlechtern können Gerüche zu erotischer Anziehung oder Abstoßung führen.

    Störungen des Geruchssinns

    Störungen des Geruches bestehen in Verminderung (Hyposmie) oder Verlust (Anosmie) des Geruchsvermögens. Subjektiv werden sie (insbesondere einseitig) oft nicht bemerkt oder beachtet. Zur Prüfung der Geruchsleistung benutzt man reine Riechstoffe in abgestufter Konzentration (z.B. Vanillin, Zimt, Teeröl). Häufige Ursachen von Geruchsstörungen sind Erkrankungen der Nasen- und Nasennebenhöhlen, Verbiegungen der Nasenscheidewand, Verletzungen der Nase und des vorderen Schädelbereiches sowie Geschwülste des Stirnhirnes.