Gesichtsfeld

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    Definition

    Unter Gesichtsfeld versteht man den Bezirk, der bei einem nichtbewegten Auge von diesem erfasst wird. Die Grenzen des Gesichtsfeldes werden weitgehend von der Umgebung des Auges bestimmt: seitlich, oben und unten vom Rand der Augenhöhle. Das Gesichtsfeld beider Augen deckt sich zum größten Teil, nur temporal bleibt ein sichelförmiger Bezirk, den jedes Auge allein erfasst. Dementsprechend ist das Gesichtsfeld eines einseitig Erblindeten um diesen Teil verkleinert.

    Das Perimeter

    Die Prüfung des Gesichtsfelds kann orientierend in einem dunklen Raum mittels Lokalisation einer kleinen Lichtquelle oder genauer an hierfür speziell konstruierten Apparaten (Perimeter) durchgeführt werden. Im Prinzip erfolgt die Prüfung mittels eines weißen Punktes, der auf einer kugelförmigen Fläche von der Peripherie zum Zentrum bewegt und von dem Untersuchten beim Eintreten in sein Gesichtsfeld angezeigt wird. Damit können die Außengrenzen des Gesichtsfeldes punkförmig abgetastet (eventuell auch für verschiedene Farben) und in ein Schema eingetragen werden.

    Während der Gesichtsfeldprüfung fixiert der Untersuchte einen Punkt in der Mitte des Prüfungsgerätes, der sich dann auf der Stelle des schärfsten Sehens, dem Sehgrübchen der Netzhaut, abbildet. Nasal von dem Sehgrübchen findet sich die Sehnervenscheibe, die nur Nervenfasern, aber keine Sehzellen besitzt und damit in bezug auf die Lichtreizaufnahme funktionslos ist. Im Gesichtsfeld erscheint diese Stelle als blinder Fleck temporal vom Fixierpunkt. Die Regel ist demzufolge: Was nasal vom Sehgrübchen der Netzhaut ausfällt, erscheint im Gesichtsfeld temporal und umgekehrt. Ebenfalls sind die Stellen ober- und unterhalb des Fixierpunktes ausgetauscht, so dass z.B. eine Schädigung, die sich im oberen Bereich des Augenhintergrundes befindet, einen Ausfall im unteren Bezirk des Gesichtsfeldes bewirkt.

    Störungen des Gesichtsfelds

    Inselförmige Defekte im Gesichtsfeld bezeichnet man als Skotome, Einschränkungen von der Peripherie her als Gesichtsfeldeinengungen. Gesichtsfeldausfälle werden verursacht durch Erkrankungen der Netzhaut (z.B. Netzhautablösungen, Verschluss einer Netzhautarterie) oder durch Erkrankungen der Sehnerven. Halbseitige Gesichtsfeldausfälle heißen Hemianopsie, der Ausfall eines Quadranten Quadrantenanopsie.