Harntreibende Mittel

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Diuretika;

    Mittel, die eine vermehrte Harnausscheidung (Diurese) zur Folge haben und bei Bauchwassersuch, Ödemen und Bluthochdruck eingesetzt werden.

    Die Wirkungsart der innerhalb und außerhalb der Niere angreifenden Mittel ist sehr unterschiedlich. Herzwirksame Stoffe bewirken durch Kreislaufunterstützung ein vergrößertes Blutangebot an die Niere. Ätherische Öle (Wacholderöl) erhöhen die Durchblutung der Niere. Harnstoff und Kaliumsalze wirken auf osmotischem Wege (Osmose) harntreibend. Koffein und andere Purine vermehren die Harnabsonderung aus dem Blut in die Harnbereitungskanälchen der Niere (Nephronen).

    Neuere Diuretika erhöhen die Diurese durch "Hemmung der Rückresorption" bestimmter Ionen und dadurch von Wasser. Natrium-Ionen, die auf osmotischem Wege Wasser binden, werden normalerweise aus dem Blut in die Nephronen ausgeschieden und gehen von dort aus wieder in das Blut zurück (Rückresorption). Nur ein geringer Anteil der Natrium-Ionen verlässt den Körper mit dem Harn. Unterbindet man diese Rückresorption, werden größere Mengen mit dem Harn ausgeschieden, was auf osmotischem Wege eine vermehrte Wasserausscheidung zur Folge hat. Solche spezifischen Diuretika, die in Natriuretika und Saluretika unterteilt werden können, sind z.B.: Thiacide, Spironolacton, Acetazolamid, Furosemid und Etacrynsäure. Nebenwirkungen einiger dieser Mittel sind das Auftreten von Zucker im Harn, Störungen des Kalium-Haushaltes und Gichtanfälle. Diuretika sollen nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden.