Hautausschlag bei Babys - Erkennen und behandeln

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    Viele Eltern bereiten sich in Geburtsvorbereitungskursen und mithilfe von Hebammen auf mögliche Erkrankungen ihres Schützlings vor. Auch die richtige Hautpflege des Neugeborenen spielt dabei eine Rolle. Schließlich ist die Haut des Säuglings besonders empfindlich, da die Schutzfunktion noch nicht voll ausgebildet ist.

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    Trotz der elterlichen Bemühungen bekommen viele Babys Hautausschläge, aber diese sind nur in wenigen Fällen falscher Pflege geschuldet und oft ungefährlich. Auch im Kleinkindalter treten häufig noch Hautausschläge auf.

    Babys und Ausschlag: Von Akne bis Dreitagefieber

    In den ersten Lebensmonaten besteht ein intensiver Kontakt zwischen dem Neugeborenen und seinen Eltern. Häufig wird der Schützling nur zum Schlafen aus den Augen gelassen. Beim täglichen Waschen, Wickeln und Schmusen entdecken Eltern häufig einen Hautausschlag bei ihrem Baby. Je nach Aussehen und Stelle des Ausschlags beim Baby kann es sich um Folgendes handeln:

    • Milchschorf: Milchschorf tritt auf dem Kopf, im Gesicht, manchmal auch am Hals, an Armen und Beinen auf. Charakteristisch sind gerötete, teils nässende Knötchen sowie gelbbraune, schuppige Krusten.
    • Kopfgneis: Kopfgneis zeigt sich als fettig glänzende, fest haftende, gelb bis gelbbräunliche Schuppenschicht auf dem Kopf des Babys. Selten sind Leisten und Achselhöhlen betroffen.
    • Neugeborenen-Akne: Auch Babys können Akne haben! Die meist weißen, zum Teil auch geröteten und eitrigen Pickelchen befinden sich häufig auf den Wangen des Babys.
    • Allergischer Hautausschlag: Bei einem allergischen Ausschlag zeigen sich an verschiedensten Stellen des Körpers rote Punkte, Quaddeln oder rötlich schuppende Hautbereiche. Quaddeln ähneln den Einstichstellen von Insekten!
    • Dreitagefieber: Beim Dreitagefieber zeigt sich der Ausschlag Ihres Babys in Form kleiner, roter Flecken am Rumpf, seltener an Armen und Beinen. Charakteristischerweise hat Ihr Baby vor dem Hautausschlag drei Tage hohes Fieber!

    Obwohl nicht jede Hautveränderung, die Sie an Ihrem Baby feststellen, ein Alarmsignal sein muss, sollten Sie dennoch das Allgemeinbefinden Ihres Schützlings genau im Auge behalten. Sollten Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind an starkem Juckreiz, Fieber oder Schmerzen leidet, scheuen Sie den Besuch beim Kinderarzt nicht.

    Hautausschlag beim Baby: Ansteckend und behandlungsbedürftig?

    Die genannten Hautprobleme kommen bei Neugeborenen häufig vor. Kopfgneis und Neugeborenen-Akne haben vermutlich mit der Hormonumstellung und einer daraus resultierenden Überproduktion der Talgdrüsen zu tun. Sie sind nicht ansteckend und meist nicht behandlungsbedürftig.

    Milchschorf ist eine frühe Form der Neurodermitis und sollte wegen des starken Juckreizes ärztlich untersucht werden. Neurodermitis ist nicht ansteckend, ebenso wenig wie ein allergischer Hautausschlag beim Baby. Dieser kann durch verschiedene Stoffe wie Lebensmittel, Staub, Tierhaare oder Waschmittel ausgelöst werden und sollte zur Diagnose von einem Arzt untersucht werden.

    Nur der durch das Dreitagefieber ausgelöste Ausschlag bei Babys ist ansteckend. Da fast alle Erwachsene und ältere Kinder schon einmal Dreitagefieber hatten, ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung dennoch gering, da man nach einer Infektion lebenslang immun ist.

    Hautausschlag bei älteren Kindern: Impfungen sind möglich

    Auch ältere Kinder erkranken noch häufig an einem Hautausschlag. Ein allergischer Hautausschlag kann auch bei Klein- und Schulkindern leicht auftreten, da die Nahrung immer weiter ergänzt wird oder Ihr Kind ungewohnte Umgebungen betritt, die Allergene (allergieauslösende Stoffe) beinhalten können.

    Die bekanntesten Hautausschläge bei Kindern treten im Rahmen der Krankheiten Masern, Windpocken, Röteln oder Scharlach auf. Diese sind allesamt hochansteckend und werden meist von Fieber begleitet. Gegen Masern und Röteln gibt es einen dreifachen Kombinationsimpfstoff, der auch eine Impfung gegen Mumps beinhaltet und von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird. Wegen des schweren Krankheitsverlaufs von Masern oder Röteln befürworten Mediziner die Impfung im Kindesalter. Beispielsweise kann bei Masern in seltenen Fällen eine Gehirnentzündung auftreten.

    Röteln und Windpocken können vor allem schwangeren Frauen und den ungeborenen Babys schaden. Eine Vierfachkombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken wird hingegen häufig kritisch gesehen: Erstens schützt die Windpocken-Impfung nur eine begrenzte Zeit, außerdem kommt es bei der Vierfachimpfung vermehrt zu Fieberkrämpfen.