Hautpilzerkrankungen

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Dermatomykosen)

    Definition

    Hautpilzerkrankungen sind eine Gruppe von Hauterkrankungen, die durch pflanzliche Parasiten hervorgerufen werden.

    Allgemeines

    Alle Hautpilze stehen den Schimmelpilzen nahe und produzieren wie diese penicillinähnliche Stoffe. Sie sind daher gegen Penicillin nicht nur unempfindlich, sondern werden sogar im Wachstum gefördert. Unsauberkeit, aber auch zu starkes Aufweichen der Haut beim Waschen, in Schwimmbädern usw. schaffen Eintrittspforten für die Erreger. Die Pilze halten sich lange auf feuchten Badematten, Badeschuhen usw. Daher auch "Turnerkrankheit". Zuckerkrankheit und Antibiotika fördern die Hautpilze besonders.

    Pityriasis versicolor wird durch den Sprosspilz Malassezia furfur hervorgerufen. Es handelt sich um kleinfleckige, sich rasch über den gesamten Rumpf ausbreitende, oberflächliche, rötliche Herde, die manchmal jucken oder leicht schuppen und später bräunlich werden. Wird jedoch die Haut durch Sonne gebräunt, behalten die Herde ihre Färbung bei, so dass sie gegen die braune Haut heller wirken (daher der Name versicolor, farbwechselnd).

    Verschiedene Hauptpilze

    Wichtige Pilze an der Haut sind:

    Haut- und Haarpilze (Dermatophyten): Trichophyten, die Haut, Haare und Nägel befallen, Epidermophyten, die Haut und Nägel befallen, sowie Microsporen, die Haut und Haare befallen. Trichophyten rufen die Scherpilzflechte (Trichophythie, Tinea) hervor. Kennzeichen sind vorwiegend an Händen, Füßen und Unterschenkeln, aber auch im Haarboden und an anderen Körperstellen (Schweißrinnen), auftretende runde, rote Herde, die in der Mitte schuppen, an den Rändern knötchenförmig erhöht sind und sich langsam ausbreiten. Sie können ekzemartig jucken oder beschwerdefrei verlaufen, eventuell vorhandene Haare brechen ab. Gelegentlich verursachen Trichophyten, besonders im Barthaar, knotige Pusteln, die in die Tiefe reichen und Lymphknotenschwellungen hervorrufen (Bartflechte, tiefe Trichophytie). Ebenfalls durch Trichophyten verursacht wird der Favus (Erbgrind), der die Papillen vor allem des Kopfhaares zerstört und grindige Beläge mit eingeschlossenen Haaren bildet. Microsporen befallen vor allem Kinder, sind sehr ansteckend und können regelrechte Epidemien in Schulen oder Kinderheimen verursachen. Die infizierten Haare brechen einen Millimeter oberhalb der Kopfhaut ab, wachsen aber nach. Spätestens in der Pubertät heilt diese Krankheit von selber ab.Strahlenpilze (Aktinomyzeten, eigentlich Fadenbakterien): stammen meist aus Gras oder Getreide. Sie verursachen die chronische Strahlenpilzkrankheit (Aktinomykose), die selten an der Haut beginnt, sondern von Herden tief im Gewebe und in den Knochen unter Ausbildung von Fistelgängen (Fistel) auf die Haut übergreift und der Hauttuberkulose ähnelt.Spross- oder Hefepilze: Der häufigste Pilz des Menschen, Candida, gedeiht besonders in Schweißfalten und auf Schleimhäuten (Mund, Bronchien, Scheide) und wird nach antibakterieller Behandlung häufiger in Veränderungen der Hände, Füße und Nägel gefunden. Die Infektion ist harmlos, solange keine lebenswichtigen Organe befallen sind, wie es bei der Immunschwächekrankheit Aids vorkommen kann.