Leberatrophie

aus: Medizin-Lexikon.de

auch: “Leberschrumpfung; “

Die akute (gelbe) Leberatrophie, auch Leberdystrophie oder Lebernekrose genannt, ist eine fast immer tödlich verlaufende Komplikation schwerer Vergiftungen, besonders durch gelben Phosphor, Knollenblätterpilze, Botulismus und andere Bakteriengifte (Sepsis, Diphtherie u.a.) sowie Stoffwechselgifte bei Thyreotoxikose, Eklampsie u.a. Die Erscheinungen setzen plötzlich ein, werden aber wegen der schweren Erscheinungen der Grundkrankheit (Erbrechen, Fieber, Delirium), oft nicht gleich bemerkt. Auffallend ist eine plötzliche, ausgeprägte Gelbsucht, schwere Benommenheit und eine Auftreibung des Leibes (Bauchwassersucht).

Bei leichteren Vergiftungen (z.B. Alkoholkrankheit, Arzneimittelmissbrauch, Arsen, Blei) verläuft auch die Leberatrophie chronisch, wodurch Zeit für eine Heilbehandlung bleibt. Die Gelbsucht ist ebenso wie die übrigen Erscheinungen weniger stark ausgeprägt. Immer vorhanden sind Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Wird die Leberatrophie rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt, kann sie ausheilen. Andernfalls geht sie in eine Leberzirrhose über. Die Behandlung besteht in vollständigem Entzug von Fleisch, Antibiotika zur Einschränkung der Darmvergiftung und Infusionen von Fruchtzucker, Vitaminen und Kortison.