Lungentuberkulose

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Phthise, Phthisis)

    veraltet: Lungenschwindsucht;

    Ansteckung

    Ein besonderes Problem ist die Lungentuberkulose in den Tropen. In den meisten Fällen verläuft die erste Ansteckung unerkannt unter dem Bild einer wochenlangen Müdigkeit, Neigung zum Schwitzen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Blässe, Gereiztheit usw. Die Körpertemperatur ist oft morgens höher als am Abend.

    Die exsudative Form

    Die exsudative (verkäsende) Lungentuberkulose führt zur Einschmelzung und Bildung von größeren und kleineren Höhlen (Kavernen) in der Lunge, die anfänglich oft in der Lungenspitze sitzen. Sobald eine solche Kaverne in einen Bronchus durchbricht, wird Eiter ausgehustet, der sehr viele Bakterien enthält, womit der Kranke zu einer Gefahr für seine Umgebung wird (offene Lungentuberkulose, im Gegensatz zur geschlossenen, bei der keine Bakterien im Auswurf nachweisbar sind). Erstes Stadium dieser Form der Lungentuberkulose ist das "Frühinfiltrat", meist unterhalb des Schlüsselbeins gelegen, das keine besonderen Erscheinungen verursacht und nur im Röntgenbild erkannt werden kann.

    Diese Form ist gefährlich und neigt zum raschen Fortschreiten. Sie wurde wegen ihres stürmischen Verlaufs früher auch als "galoppierende Schwindsucht" bezeichnet und führte in wenigen Tagen bis Wochen zum Tod. Heute wird sie von allen Formen am besten durch die Chemotherapie beherrscht, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Da sie durch eine Aussaat auf dem Blutweg verursacht wird, erkranken meist auch andere Organe, wie Nieren, Milz und Hirnhäute.

    Die zirrhotische Form

    Langsamer und anscheinend gutartiger verläuft die zirrhotische (produktive, schrumpfende) Form, die aber in Lungenschrumpfung ausgeht und daher auch der Behandlung bedarf. Da ihre Herde nur schlecht durchblutet sind, kann sie durch Arzneimittel nicht erreicht werden und der Arzt versucht, durch Reizstoffe vorübergehend eine exsudative Phase herbeizuführen, die der Behandlung besser zugänglich ist. Die Untersuchung des Auswurfes gibt Auskunft über die Ansteckungsgefahr. Bei geringer Auswurfmenge entnimmt man morgens den Magensaft, um die Bakterien zu gewinnen, die nachts verschluckt wurden.

    Die akute Miliartuberkulose

    Lungentuberkulose kann unter dem Bild der akuten Miliartuberkulose verlaufen, die die Erscheinungen einer Lungenentzündung verursacht und im Röntgenbild viele kleine Knötchen zeigt, oder sich schleichend in einer exsudativen oder zirrhotischen Form ausbreiten.