Opium

    Aus Medizin-Lexikon.de

    auch: Laudanum, Meconium;

    der durch oberflächliches Ritzen der unreifen Früchte verschiedener Mohnarten, besonders des Schlafmohns (Papaver somniferum) gewonnene, an der Luft eintrocknende Milchsaft. Enthält 20-25 % Alkaloide, 5-10 % Säuren, Fett, Eiweiß und 10-15 % Wasser. Von den fast 30 im Opium enthaltenen Alkaloiden erlangte das Morphin als Schmerzmittel größte Bedeutung, weitere Alkaloide sind Kodein, Narkotin, Papaverin und Thebain. Das offizinale Opium muss mindestens 12 % Morphin enthalten; Opiumpulver (Opium pulveratum bzw. Opium titratum) wird durch Mischen von gepulverten Opium mit Milchzucker und Stärke auf einen Gehalt von 10 % Morphin eingestellt. Weitere Opiumzubereitungen sind die Opiumtinktur (1 % Morphin), Opiumextrakt (20 % Morphin) und Opiumkonzentrat (50 % Morphin). Opium dient zur Gewinnung der Alkaloide. In der Medizin wird es wegen seines Suchtpotenzials nur noch gegen Durchfall verwendet. In Deutschland fallen Opium und Opiate (Morphin, Opiumpräparate u.a.) unter das Betäubungsmittelgesetz (Opiumgesetz), das Ein- und Ausfuhr, Gewinnung, Herstellung und Verarbeitung, Handel, Abgabe in Apotheken u.a. regelt.

    Als Sucht erzeugendes Rauschmittel (geraucht oder gegessen) spielt Opium auch heute noch eine bedeutende Rolle. Die chronischen Vergiftungserscheinungen sollen im Allgemeinen nicht so ausgeprägt sein wie beim Morphinismus.

    Bei akuter Opiumvergiftung treten enge Pupillen, eine blasse, bläulich verfärbte Haut, eine schwache, röchelnde Atmung und ein schlechter Puls auf.