Pfortader

    Aus Medizin-Lexikon.de

    (Vena portae)

    Die Pfortader ist eigentlich eine Vene, die das Blut von Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Milz sammelt und zur Leber bringt, in der sie sich bis zu Kapillaren aufzweigt. So wird die chemische Verarbeitung der aus den genannten Organen kommenden Substanzen (Eiweiß, Zucker, Salze und Wasser) in der Leber ermöglicht.

    Pfortaderkreislauf

    "Pfortaderkreislauf" ist eine unzutreffende Bezeichnung für die Pfortader mit ihren Zuflüssen und ihren Ästen, von den Kapillaren ihres Quellgebiets bis zu den Kapillaren der Leber. Unzutreffend ist die Bezeichnung, weil es sich nicht um einen in sich geschlossenen Kreislauf handelt, sondern um eine Strecke in der Gesamtheit des Blutkreislaufs.

    Zwischen ihren Zuflüssen und denen der Hohlvenen bestehen Verbindungen, die bedeutungsvoll werden, wenn die Strömung des Blutes durch die Kapillaren der Leber z.B. bei Leberzirrhose erschwert wird, so dass das Blut der Bauchorgane über diese sich nun erweiternden Verbindungen abfließen muss. Die wichtigste derartige Verbindung ist die zwischen den Venen des Magens, die noch zum Pfortadersystem gehören, und denen der Speiseröhre, die zum Hohlvenensystem gehören. Daher treten bei Leberzirrhose Ausweitungen der Speiseröhrenvenen auf (Speiseröhrenkrampfadern), die beim Schlucken zerreißen können, so dass es zur Verblutung kommen kann.

    Oft wird der Name "Pfortaderkreislauf" oder "Pfortadersystem" in übertragenem Sinn in allen Fällen angewandt, in denen sich, ebenso wie in der Leber, ein venöses Wundernetz findet, z.B. im Hypophysen-Zwischenhirn-System.