Sodbrennen: Die wichtigsten Fragen und Antworten

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    Wohl jeder von uns kennt dieses unangenehme Gefühl. Vor allem nachts, wenn wir gemütlich im Bett liegen, werden wir plötzlich von einem starken Brennen im Hals und in der Brustgegend geplagt. Meistens geschieht dies nach einer deftigen und mitunter sehr fettreichen Mahlzeit. Auch Schokolade oder zu viel schwarzer Kaffee macht unserem Magen zu schaffen. Wir verspüren Sodbrennen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem schmerzhaften Phänomen.

    Was äußert sich Sodbrennen?

    Sodbrennen zeigt sich durch einen brennenden Schmerz, der vom Bauchraum ausgehend hinter dem Brustbein entlang in Richtung Rachen verläuft. Ursache ist der Übertritt von Magensäure in die Speiseröhre. Manchmal müssen Betroffene auch sauer aufstoßen oder sie leiden unter Übelkeit. Sehr häufiges Sodbrennen kann zudem zu Heiserkeit führen.

    Kommt Sodbrennen häufig vor?

    Jeder Mensch leidet hin und wieder unter Sodbrennen. Das ist an sich gar kein Problem und völlig unbedenklich. Kritisch wird es, wenn die Beschwerden dauerhaft oder bereits bei kleinen und leichten Speisen ständig wiederholt auftreten. Insgesamt gilt Sodbrennen als eines der häufigsten Symptome überhaupt. In der westlichen Welt erleben 40 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal pro Monat, 14 Prozent einmal pro Woche und sieben Prozent täglich Sodbrennen.

    Wie entsteht Sodbrennen?

    Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre gelangt. Die Magenwand ist durch eine spezielle Schleimschicht gegen die Säure geschützt. Diesen Schutzmechanismus gibt es in der Speiseröhre nicht, dadurch wird das dortige Gewebe durch die starke Säure gereizt und langfristig geschädigt. Sehr ausgedehnte, fettreiche oder scharfe Mahlzeiten fördern Sodbrennen. Von Alkohol und Nikotin ist bekannt, dass sie den Ösophagussphinkter – den Muskel, der den Magen gegenüber der Speisröhre verschließt – schwächen. Dadurch gelangt mehr Säure in die Speiseröhre. Auch schwangere Frauen und übergewichtige Menschen leiden durch vermehrten Druck auf den Magen häufiger unter Sodbrennen. Überdies fördert Stress die Beschwerden.

    Wie wird Sodbrennen diagnostiziert?

    Meistens stellt der Arzt die Diagnose Sodbrennen zunächst durch die Symptomschilderungen des Patienten und eine Erhebung der Krankengeschichte. Wenn die Beschwerden ständig vorkommen oder stärker werden, muss nach einer Ursache geforscht werden. Hierzu wird eine Spiegelung der Speiseröhre oder eine Magenspiegelung durchgeführt. Dabei wird nicht nur nach dem Grund des Sodbrennens gesucht, sondern es kann auch abgeklärt werden, ob die Speiseröhre durch den häufigen Kontakt zur Magensäure schon entzündet oder gar geschädigt ist. Auch eine pH-Messung im unteren Bereich der Speiseröhre kann Aufschluss über das Ausmaß der Symptomatik geben.

    Muss ich mit Sodbrennen sofort zum Arzt?

    Gelegentliches Sodbrennen ist unbedenklich. Oft hilft ein Verzicht auf die auslösenden Speisen. Wenn doch Sodbrennen auftritt, gibt es eine Reihe von Sofortmaßnahmen:

    • Stilles Mineralwasser trinken
    • Kaugummi kauen
    • Oberkörper aufrichten
    • Stärkehaltige Nahrungsmittel essen (Kartoffeln, Bananen, Zwieback)
    • Glas Milch trinken
    • Nüsse kauen
    • Ein Löffel Senf essen (z. B. nach einer Mahlzeit)

    Wie wird Sodbrennen behandelt?

    Sollte das Sodbrennen ständig auftreten, ist ein Arztbesuch unerlässlich. Der erste und häufig auch erfolgreiche Therapieversuch besteht in der Gabe verschiedener Medikamente:

    • H2-Blocker & Protononenpumpenhemmer: Diese Medikamente hemmen die Säureproduktion im Magen
    • Antazida: Wirkstoffe dieser Gruppe sind basisch und neutralisieren die bereits gebildete Magensäure, wodurch deren schmerzhafte Wirkung nachlässt. Einige Arzneimittel neutralisieren die Magensäure und wirken zusätzlich schützend für die Schleimhäute.

    Wenn alle Therapieversuche fehlschlagen, bleibt als Ultima ratio eine Operation. Bei der sogenannten Anti-Reflux-Operation wird der obere Teil des Magens eng um das untere Ende der Speiseröhre gelegt und miteinander vernäht. Dadurch wird der untere Ösophagussphinkter deutlich gestärkt und die Magensäure wirkungsvoll zurückgehalten. Zwar müssen die meisten Patienten weiterhin Medikamente nehmen, in der Regel aber in einer deutlich geringeren Dosis.

    Kann Sodbrennen gefährlich sein?

    Andauerndes und unbehandeltes Sodbrennen kann durchaus gefährlich werden, da die Speiseröhrenschleimhaut nicht für den ständigen Säurekontakt geschaffen ist. Hierdurch kommt es zu chronischen Reizungszuständen, Entzündungen und schließlich zu einer Umwandlung des Gewebes. Mediziner sprechen dann von einem Barett-Ösophagus. Das veränderte Gewebe ist eine potenzielle Vorstufe von Speiseröhrenkrebs. Daher gilt: Bei permanentem und ausgeprägten Sodbrennen immer rechtzeitig einen Arzt aufsuchen!