Zahnzusatzversicherung für Kinder

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    So mancher Besuch beim Zahnarzt endet kostspielig, weil die Krankenkassen nicht mehr sämtliche Behandlungskosten übernehmen. Vor allem beim Zahnersatz sind Patienten längst dazu gezwungen, einen erheblichen Teil der Kosten selbst zu tragen. Angesichts dieser Tatsache überrascht es nicht, dass die Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen größer denn je ist. Entsprechend hat auch die Auswahl an Tarifen zugelegt, inzwischen es gibt sogar Zusatzversicherungen für Kinder.

    Doch gerade bei diesem Thema sind Eltern häufig verunsichert. Ihnen stellt sich die Frage, ob eine Kinder Zahnzusatzversicherung überhaupt Sinn macht oder lediglich unnötige Kosten verursacht. Pauschal lässt sich diese Frage jedoch nicht beantworten. Vielmehr kommt es darauf an, welche finanziellen Risiken versichert werden sollen und welche Tarife in die nähere Auswahl kommen. Entsprechend kann eine Absicherung sinnvoll sein - die Wahl des passenden Tarifs vorausgesetzt.

    Funktionsweise einer Zahnzusatzversicherung

    Welche Behandlungskosten eine Krankenkasse trägt, ist gesetzlich geregelt. Insbesondere beim Zahnersatz werden erhebliche Zuzahlungen fällig. Ob Brücke, Krone oder Implantat, einen Teil - meist die Hälfte - der Kosten haben Patienten selbst zu tragen. Folglich kann eine Behandlung die Haushaltskasse enorm unter Druck setzen.

    Mit einer Zahnzusatzversicherung lässt sich genau dieses finanzielle Risiko absichern. Im Ernstfall springt der Versicherer ein und leistet einen Zuschuss, sodass der Patient z.B. nur noch 10 Prozent statt die Hälfte der Kosten übernehmen muss. Je nach Versicherer und Tarif ist sogar eine vollständige Übernahme des Eigenanteils möglich.

    Bei den Tarifen für Kinder ist dies nicht anders. Sie minimieren das Kostenrisiko, d.h. sollten bestimmte Zahnbehandlungen notwendig sein, leistet der Versicherer finanzielle Unterstützung.

    Benötigen Kinder diesen Versicherungsschutz?

    Bei Kindern ist das Thema Zahnersatz meist noch nicht von Bedeutung. Im Regelfall wird der erste Zahnersatz erst im Erwachsenenalter fällig. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich der Versicherungsschutz nicht lohnen würde. Zum einen kann in Abhängigkeit vom Zustand der Zähne durchaus ein Bedarf bestehen. Zum anderen reichen die Leistungen guter Tarife über den klassischen Zahnersatz hinaus.

    So schließt er im Regelfall auch kieferorthopädische Leistungen ein. In Anbetracht der Tatsache, dass fast jedes zweite Kind von einer Fehlstellung des Kiefers oder der Zähne betroffen ist, besteht ein großer Behandlungsbedarf. Entsprechend hat fast die Hälfte aller Kinder oder Jugendlichen schon einmal eine Zahnspange getragen.

    Ob und in welcher Höhe die Krankenkasse für die Behandlungskosten aufkommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst kommt es darauf an, in welche kieferorthopädische Indikationsgruppe (KIG) ein Patient eingeteilt wird. Es gibt insgesamt fünf Indikationsgruppen, wobei Krankenkassen die Kosten einer Behandlung übernehmen, sofern der Schweregrad von Gruppe drei bis fünf reicht. Aber selbst dann ist zunächst ein hoher Eigenanteil von 20 Prozent zu leisten. Dieser wird von der Krankenkasse nur erstattet, nachdem schlussendlich eine erfolgreiche Behandlung nachgewiesen wurde.

    Des Weiteren ist die Kostenübernahme gedeckelt, d.h. eine Kasse übernimmt die Behandlungskosten nur bis zu einer bestimmten Höhe. Sollten die tatsächlichen Kosten höher liegen, ist der Mehranteil wiederum vom Patienten bzw. den Eltern des Kindes zu tragen. Auch hier kann eine nicht unerhebliche Belastung der Haushaltskasse drohen.

    Ob und in welcher Höhe eine Zahnzusatzversicherung für Kinder besagte Kosten trägt, hängt vom gewählten Tarif ab. Eltern sollten deshalb genau hinsehen und Tarife verschiedener Anbieter vergleichen, bevor sie sich entscheiden. Ein ausführlicher Tarifvergleich lohnt sich, denn schlussendlich geht es nicht nur um die Höhe des Beitrags, sondern ebenso um die enthaltenen Leistungen.

    Fazit

    Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder kann sich durchaus lohnen, besonders wenn absehbar ist, dass das Kind eines Tages kieferorthopädische Leistungen in Anspruch nehmen muss. Denn obwohl die Krankenkassen finanzielle Unterstützung leisten, müssen Eltern oftmals erhebliche Eigenanteile übernehmen. Die hiermit verbundenen Kosten sind nicht zu unterschätzen, bereits ab der ersten Zahnspange kann sich der Versicherungsschutz bezahlt machen.