Weil-Krankheit

aus: Medizin-Lexikon.de

benannt nach dem Arzt Adolf Weil, 1848-1916. Eine Form der infektiösen Gelbsucht (Icterus infectiosus), die durch die Leptosira icterohämorrhagica verursacht wird. Ebenso wie andere Leptospirosen wird sie meist durch Nagetiere, besonders Ratten und Mäuse übertragen, die mit Kot und Urin das Wasser oder Erntefrüchte verunreinigen. Sie verläuft am schwersten von allen Leptospirosen, doch sind Todesfälle selten. Die Weil-Krankheit beginnt 8-10 Tage nach der Infektion mit hohem Fieber, das im Laufe von einer Woche wieder sinkt. Durch Organschädigungen besteht meist eine Gelbsucht, daneben auch Nierenschädigung mit Eiweiß- und Blutausscheidung sowie Nervenstörungen, Wadenschmerzen, gelegentlich auch Gehirnhautentzündungen und Bindehautentzündungen. Die Therapie erfolgt mit intravenös verabreichten Tetrazyklinen.