Das Akanthom ist eine gutartige Hautveränderung, die aus den sogenannten Akanthozyten, also den Zellen der Stachelzellschicht (Stratum spinosum) der Epidermis, hervorgeht. Es handelt sich um eine seltene, nicht metastasierende Wucherung, die jedoch klinisch und histologisch abgeklärt werden muss, da sie unter Umständen mit malignen Hauttumoren wie dem Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) verwechselt werden kann.
Was ist ein Akanthom?
Der Begriff Akanthom leitet sich vom griechischen Wort „akantha“ (Dorn oder Stachel) ab und bezieht sich auf die Zellstruktur der Stachelzellschicht der Haut. Es handelt sich dabei um eine epidermale Hyperplasie, bei der die Proliferation der Keratinozyten auf eine begrenzte Region beschränkt ist.
Im Gegensatz zum Spinaliom, das ebenfalls aus der Stachelzellschicht hervorgeht, aber bösartig ist, zeigt das Akanthom keine Invasion in tieferliegende Gewebeschichten und keine Metastasierung.
Epidemiologie und Häufigkeit
Das Akanthom ist relativ selten und wird in der täglichen dermatologischen Praxis eher als Zufallsbefund entdeckt. Es tritt bevorzugt bei Erwachsenen auf, typischerweise ab dem mittleren Lebensalter. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.
In einigen Fällen entstehen Akanthome im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen oder irritativen Einflüssen. Es gibt keine bekannten genetischen Prädispositionen, die eindeutig mit der Entstehung eines Akanthoms korrelieren.
Histologische Merkmale eines Akanthoms
Ein Akanthom zeigt typischerweise folgende mikroskopische Charakteristika:
- Hyperplasie der Epidermis mit Akanthose
- Keine zellulären Atypien
- Intakte Basalmembran
- Keine Infiltration des umliegenden Gewebes
Diese Merkmale unterscheiden das Akanthom klar von bösartigen Hauttumoren, bei denen die Zellarchitektur zerstört und das umgebende Gewebe infiltriert wird.
Akanthom: Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für das Entstehen eines Akanthoms sind bislang nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die mit der Entstehung in Verbindung gebracht werden:
- Chronische Reizung der Haut, etwa durch Textilien, UV-Strahlung oder Kosmetika
- Entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis oder atopische Dermatitis
- Virusbedingte Auslöser, insbesondere Humane Papillomviren (HPV)
Solche Reize können zu einer lokalen Zellproliferation führen, die sich in Form eines Akanthoms manifestiert.
Symptome und klinisches Bild
Ein Akanthom ist meist asymptomatisch. Es fällt vor allem durch sein äußeres Erscheinungsbild auf:
- Klar begrenzte, meist rundliche Läsion
- Hautfarben bis bräunlich, leicht erhaben
- Rauhe, schuppige oder verruköse Oberfläche
- In der Regel keine Schmerzen oder Juckreiz
Die Läsion zeigt ein langsames Wachstum und kann über Jahre bestehen bleiben, ohne sich wesentlich zu verändern.
Differenzialdiagnosen
Besonders wichtig ist die Unterscheidung gegenüber malignen Hautveränderungen. Ein Akanthom kann in seinem klinischen Bild einer Vielzahl anderer Hautläsionen ähneln. Dazu zählen:
- Spinaliom (Plattenepithelkarzinom): oft mit Ulzerationen oder Schmerzen verbunden
- Keratoakanthom: wächst sehr schnell und kann zentral eingedellt erscheinen
- Verruköses Karzinom: langsames, aber invasives Wachstum
- Morbus Bowen: intraepidermales Karzinom mit unscharfer Begrenzung
Eine sichere Diagnose ist daher nur histopathologisch möglich.
Akanthom – Diagnose durch klinische und histologische Untersuchung
Zur Diagnose eines Akanthoms ist eine bioptische Untersuchung in der Regel unumgänglich. Die klinische Begutachtung durch einen Dermatologen reicht nicht aus, um ein bösartiges Geschehen sicher auszuschließen.
Diagnostische Schritte:
- Klinische Inspektion der Hautveränderung
- Einsatz eines Dermatoskops zur Strukturbeurteilung
- Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie)
- Feingewebliche Untersuchung mit Fokus auf Zellstruktur und Invasionstiefe
Therapie und Verlauf
Da es sich beim Akanthom um eine gutartige Wucherung handelt, besteht keine Therapiepflicht. Dennoch wird häufig eine Entfernung empfohlen – sei es zur Diagnosesicherung oder aus ästhetischen Gründen.
Mögliche Therapieoptionen:
- Chirurgische Exzision mit histologischer Kontrolle
- Kryotherapie bei oberflächlichen Akanthomen
- Laserbehandlung in speziellen Fällen
Regelmäßige Nachkontrollen sind sinnvoll, vor allem wenn der Befund unklar war oder bei erhöhtem Hautkrebsrisiko besteht.
Prognose
Die Prognose des Akanthoms ist ausgezeichnet. Es handelt sich um eine nicht-invasive, benigne Hautveränderung, die nach vollständiger Entfernung in der Regel nicht wiederkehrt. Eine Entartung ist äußerst selten und bei korrekter Diagnose ausgeschlossen.
Quellen
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