Alastrim ist eine seltene und milde Form der Pocken, die auch unter den Bezeichnungen „Milchpocken“ oder „weiße Pocken“ bekannt ist. Anders als die klassischen Pocken verläuft Alastrim meist deutlich weniger schwerwiegend und ist durch eine geringere Letalität gekennzeichnet. Die Erkrankung wird durch abgeschwächte Variola-Viren ausgelöst und war vor allem in tropischen Gebieten Afrikas und Amerikas historisch verbreitet. In der modernen Medizin hat Alastrim jedoch kaum noch klinische Bedeutung, da die Pocken durch weltweite Impfprogramme seit 1980 als ausgerottet gelten.
Was ist Alastrim?
Alastrim gehört zu den Orthopoxviren und wird von Viren aus der Gattung Variola minor verursacht, einer abgeschwächten Variante des Pockenvirus Variola major. Im Gegensatz zu den klassischen Pocken verursacht Alastrim meist nur eine milde Hauterkrankung, die sich durch weiße, schmerzlose Pusteln zeigt. Die Symptome sind weniger ausgeprägt und die Sterblichkeit deutlich niedriger.
Die Erkrankung wurde früher vor allem in tropischen Regionen beobachtet, wo sie sich als epidemische Hautkrankheit mit geringerer Schwere ausbreitete. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder kontaminierten Gegenständen übertragen.
Symptome und Verlauf von Alastrim
Die Inkubationszeit von Alastrim beträgt etwa 7 bis 14 Tage. Nach der Infektion treten zunächst unspezifische Symptome wie leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Unwohlsein auf. Die Hautveränderungen beginnen mit roten Flecken, die sich zu kleinen, weißen Pusteln entwickeln. Diese Pusteln heilen meist ohne Narbenbildung ab.
Im Gegensatz zu den klassischen Pocken bleibt die Krankheitsdauer kurz und die Komplikationsrate gering. Die meisten Patienten erholen sich vollständig innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Typische Symptome auf einen Blick:
- Leichtes Fieber und grippeähnliche Beschwerden
- Weiße Pusteln auf der Haut, oft lokal begrenzt
- Kaum oder keine Narbenbildung nach Abheilung
- Geringe Ansteckungsgefahr im Vergleich zu Variola major
Übertragung und Epidemiologie
Die Übertragung von Alastrim erfolgt vor allem durch direkten Hautkontakt mit infektiösen Läsionen oder kontaminierten Gegenständen. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich, wenn auch seltener.
Historisch war die Erkrankung vor allem in Westafrika, Brasilien und anderen tropischen Regionen verbreitet. Heute ist die Krankheit aufgrund der globalen Ausrottung der Pockenviren nahezu ausgestorben und spielt in der klinischen Praxis keine Rolle mehr.
Behandlung und Prävention
Da Alastrim eine milde Erkrankung mit guter Prognose ist, wird in der Regel keine spezifische Therapie benötigt. Die Behandlung beschränkt sich auf symptomatische Maßnahmen wie Fiebersenkung und Hautpflege. Sekundärinfektionen der Haut können antibiotisch behandelt werden, sind jedoch selten.
Präventiv wirkte die Pockenimpfung, die auch gegen Alastrim schützte. Nach der Ausrottung der Pockenvirusinfektion durch weltweite Impfprogramme ist kein erhöhtes Risiko für Alastrim-Infektionen mehr bekannt.
Fazit
Alastrim stellt eine gutartige Variante der Pocken dar, die durch eine abgeschwächte Virusform hervorgerufen wird. Die Erkrankung zeichnet sich durch einen milden Verlauf und eine geringe Sterblichkeit aus. Aufgrund der historischen Bedeutung und der Ähnlichkeit zu den klassischen Pocken ist Alastrim vor allem aus virologischer und epidemiologischer Sicht interessant. Heute hat Alastrim keine praktische Relevanz mehr, da die Pockenviren als ausgerottet gelten.
Quellen
- Fenner F, Henderson DA, Arita I, Jezek Z, Ladnyi ID. Smallpox and Its Eradication. Geneva: World Health Organization; 1988.
- Breman JG, Henderson DA. Diagnosis and management of smallpox. N Engl J Med. 2002;346(17):1300-8.
- Fenner F. The epidemiology of smallpox in West Africa. Trans R Soc Trop Med Hyg. 1970;64(3):373-94.
- McFadden G. Orthopoxviruses: Smallpox and related viruses. In: Knipe DM, Howley PM, editors. Fields Virology. 6th ed. Philadelphia: Lippincott Williams & Wilkins; 2013. p. 2160-2184.
- Dixon CW. Smallpox. London: Churchill; 1962.