Abk.: AZV;

Atemzeitvolumen beschreibt das Gasvolumen, das während einer Minute Ruheatmung ein- oder ausgeatmet werden kann (Atemminutenvolumen).

Definition
Das Atemzeitvolumen bezeichnet die Luftmenge, die ein Mensch in einem bestimmten Zeitraum ein- und ausatmet – üblicherweise innerhalb einer Minute.

Berechnung
Das Atemzeitvolumen ergibt sich aus zwei Größen:

  • Atemzugvolumen: Die Luftmenge, die mit einem einzelnen Atemzug bewegt wird (bei Erwachsenen etwa 500 ml).

  • Atemfrequenz: Die Anzahl der Atemzüge pro Minute (bei Erwachsenen etwa 12–16).

Formel:
Atemzeitvolumen = Atemfrequenz × Atemzugvolumen

Beispiel:
Bei 14 Atemzügen pro Minute und einem Atemzugvolumen von 500 ml ergibt sich ein Atemzeitvolumen von etwa 7 Litern pro Minute.

Medizinische Bedeutung
Das Atemzeitvolumen gibt Aufschluss darüber, wie effektiv die Lunge Sauerstoff aufnimmt und Kohlendioxid abgibt. Es ist eine zentrale Messgröße in der Lungenfunktionsdiagnostik und wird auch bei der Einstellung von Beatmungsgeräten berücksichtigt.

Normwerte

  • In Ruhe: ca. 6–8 Liter pro Minute bei Erwachsenen

  • Unter Belastung: bis zu 100 Liter pro Minute, bei trainierten Sportlern sogar bis zu 200 Liter pro Minute

Krankheitsbezug
Ein zu hohes Atemzeitvolumen wird als Hyperventilation, ein zu niedriges als Hypoventilation bezeichnet. Beide Zustände können auf Störungen oder Erkrankungen des Atmungs- oder Stoffwechselsystems hinweisen und müssen medizinisch beurteilt werden.

Das Atemzeitvolumen zählt somit zu den wichtigsten Kennwerten zur Beurteilung des Gasaustauschs und der Atemfunktion beim Menschen.